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werden. Dann endlich wird die deutsche Einigung kommen, dann endlich wird die Geschichte nicht mehr davon berichten brauchen, daß ewiger deutscher Bruder- zwist das Deutschtum verhindert hat, die erste Macht der Welt zu werden. Wenn heute das Deutschtum diese Macht noch nicht besitzt, dann einzig und allein darum, weil immer Deutsche gegen Deutsche gestanden haben, und darauf hofft die Welt auch heute. Lassen Bie uns gemeinsam dieser Welt die verdiente Enttäuschung bereiten.
Mit deutschem Gruß
Ihr An Göring. Herrn Bundesminister Schmidt in Wien.
Der Brief bezeugt, daß der Entschluß Hitlers, die öster- reichische Frage mit Gewalt zu lösen, nicht erst am 9. März 1938(an dem Tage, an dem Schuschnigg die Volksabstimmung über die Unabhängiskeit Österreichs festsetzte) gefaßt wurde, sondern von vornherein mit einberechnet war.
Am Tage vor der Überschreitung der österreichischen Grenze durch die deutschen Truppen, am 11. März, richtete Hitler an Mussolini das zum großen Teil bereits bekannt gewordene Schreiben, in dem er seine Gründe für die Vergewaltigung Österreichs in seiner unerträg- lichen Art auseinandersetzt. Der Entwurf dieses Briefes fand sich auch unter unseren Dokumenten, und zwar in einer Fassung, die Teile enthält, die in der end- gültigen Formulierung ausgelassen sind. In dem Brief, der tatsächlich abgesandt wurde, sind sämtliche Absätze des Entwurfes gestrichen, die Ausfälle gegen die Tschechoslowakei enthalten und unzweideutig enthüll- ten, daß das nächste Opfer Hitlers der tschecho-
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