Bundesminister gefreut und besonders darüber, daß Sie nunmehr mit großer Selbstverständlichkeit und erhöhter eigener Verantwortung die auswärtige Politik Deutsch- Österreichs zu führen haben. Entschuldigen Sie, wenn
‘ich erst heute mit meinen Glückwünschen komme, doch.
wollte ich immer einen ruhigen Augenblick hierzu ab- warten. Ich hoffe bestimmt, daß es Ihnen möglich sein wird, wie verabredet, Ihre Politik im engsten Ein- vernehmen mit dem Deutschen Reich als Gesamtpolitik des Deutschtums zu führen. Ich habe große Hofjnungen an die Obersalzberger Begegnung geknüpft und bin zur Zeit etwas deprimiert über die Nachrichten aus Wien. Man scheint doch immer noch von Deutschland feind- lichen Mächten Hilfe und Unterstützung gegen das Deutsche Reich zu erwarten. Ich bitte Sie inständigst, handeln Sie als deutscher Minister, denken Sie stets daran, daß einstmals die Weltgeschichte nicht über ein mehr oder weniger umabhängiges Österreich urteilen wird, sondern ausschließlich darüber, wie die Männer zu bewerten sind, die über das Schicksal des gesamten Deutschtums und der deutschen Rasse zu entscheiden hatten. Bitte, lieber Freund, seien Sie stets darüber im klaren, ob unabhängig oder nicht, das Schicksal Öster- reichs ist unlöslich mit dem Schicksal des Deutschen Reiches verbunden. Wenn Sie heute Deutschland als Großmacht sich wegdenken, was glauben Sie, wird dann aus Österreich werden bzw. was glauben Sie, werden dann die 6 Millionen Deutschen in Österreich noch zu bedeuten haben.
Ich würde mich sehr freuen, wenn ich wieder einmal die Gelegenheit haben würde, mit Ihnen als Freund über die Zukunft des Deutschtums zu sprechen, und es darf sich doch nur um die Zukunft des gesamten Deutsch- tums handeln und um nichts anderes. Ich habe jeden- falls das Vertrauen, daß Sie als deutscher Mann handeln
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