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Aus Görings Schreibtisch : ein Dokumentenfund / bearbeitet von T. R. Emessen
Entstehung
Seite
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daß die Linie des 11. Juli mit Schuschnigg nicht auf- gebaut werden kann, wir nicht unter Zusammenwirken der äußeren und inneren Faktoren die Herbeiführung eines Kanzlerwechsels ins Auge fassen sollen. Es steht fest, daß der Bundespräsident die Politik Schuschniggs seit langem mit starker Kritik verfolgt. Bei ihm wäre ein Ansatzpunkt zu gewinnen. Es steht weiter fest, daß Leute aus dem klerikalen Heimwehrlager, wie Gleisner und Schmitz, auf den Sturz des Kanzlers hinarbeiten. Möglicherweise würde die Nachfolge zuerst in die Hand eines dieser Leute gelegt werden. Das würde eine Ver- schärfung des Kurses der Vaterländischen Front auf allen Punkten bedeuten und damit die Entwicklung mit der Aussicht auf einen Wechsel erneut in Fluß bringen. Es könnte aber auch sein, daß wir den Bundespräsi- denten dafür gewinnen, einen weniger belasteten, objek- tiveren und auf die Heranziehung der Arbeitermassen gerichteten Mann an die Spitze der Regierung zu brin- gen, einen Mann vor allen Dingen, der es unternehmen würde, die etappenweise Annäherung der beiden Staaten auf dem Wege bindender Vertragsabschlüsse energisch vorwärts zu treiben. In dieser Hinsicht wird als eine brauchbare Persönlichkeit von vielen Kreisen(auch der österreichischen NSDAP) der frühere Bundeskanzler Einder in Vorschlag gebracht. Er war der Kanzler der Zollunion, und ich glaube, daß er sich jedenfalls in die „österreichische Ideologie“ micht so Janatisch verbissen hat wie der jetzige Kaneler.

Ich werfe die Frage dieses Kabinettwechsels auf, weil ich überzeugt bin, daß bei Fortführung der Schusch- niggschen Methoden wir sehr bald in eine unhalt- bare Lage hineingeraten. Man könnte vielleicht den Standpunkt einnehmen, daß eine Zuspitzung der Span- nungen uns die Gelegenheit bieten würde, die Lösung

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Frage, ob, wenn wir zu der Überzeugung gelangt sind,