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Aus Görings Schreibtisch : ein Dokumentenfund / bearbeitet von T. R. Emessen
Entstehung
Seite
90
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Nun lese ich in dem gefälligen Schreiben, obwohl dasselbe in der Hauptsache die Frage der deuischen Devisenschwierigkeiten behandelt, daß eine Waffenaus- fuhr nach China in gewaltigem Ausmaße in diesem Jahre in Erwägung gezogen würde. Diese Bemerkung war mir unverständlich, um so mehr als Euere Exzel- lenz im vorigen Jahre wiederholt Zusicherungen für die Unterdrückung des Waffenhandels nach China gegeben haben. Ich glaube indessen, daß jene Bemerkung nicht Ihre eigene Meinung wiedergibt; ich möchte vielmehr nach wie vor volles Vertrauen in Ihre Zusicherungen setzen, und hoffe zuversichtlich, daß die Deutsche Re- gierung das Verbot der Wafjenausfuhr nach China auf das schärfste durchführen wird, was ich mit wieder- holtem herzlichen Dank anerkennen werde.

Was die in dem gefälligen Schreiben erwähnten wirt- schaftlichen Fragen betrifft, welche von der Frage der Waffenlieferungen unabhängig sind, so darf ich bemer- ken, daß sie außerhalb meines Arbeitsbereichs liegen.

Soweit ich aber erfahren habe, sind zwischen der Bot- schaft einerseits und den zuständigen deutschen Be- hörden andererseits Verhandlungen zur Aufstellung eines umfassenden Plans mit bester Aussicht auf Erfolg im Gange. Dieser neue Plan wird, wie ich höre, nicht nur in Richtung der Devisenfrage, sondern überhaupt in jeder Richtung für die japanische, aber auch für die deutsche Wirtschaft sehr nutzbringend sein; außerdem wird er die Wirkung haben, die in dem gefälligen Schreiben erwähnten verschiedenen Hindernisse der Wirtschaft auf beiden Seiten radikal zu beseitigen.

Mit der Versicherung meiner ausgezeichneten Hoch- achtung verbleibe ich

Euerer Exzellenz ergebener

Generalleutnant Oshima*).

*) Faksimile des Originals: Seite 91 und Seite 92,

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