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Aus Görings Schreibtisch : ein Dokumentenfund / bearbeitet von T. R. Emessen
Entstehung
Seite
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spruch nehmen. Es kaufen in Deutschland sehr viele Länder Waffen. Wenn wir auch unsererseits alles tun, um den genauen Verbleib festzustellen und uns zu ver- sichern, daß die Waffen nicht an Dritte weiterverkauft werden können, so haben wir es doch nicht vollständig in der Hand. So ist z. B. neulich eine Sendung, die wir für ein kleines Land abgehen ließen, laut Agentmeldung schließlich tatsächlich nach Rotspanien weitergegangen, d. h. deutsche Waffen wurden gegen unsere eigenen Rreiwilligen dort eingesetzt, ohne daß wir das verhin- dern konnten. Dies hat selbstverständlich zum schärf- sten Aufpassen angeregt, aber ein Umgehen ist natür- lich zunächst immer noch im Bereich der Möglichkeiten. Ich erwähne dies nur, weil mir daran liegt, daß von nun ab in aller Korrektheit das Waffenausfuhrverbot für China durchgeführt wird.

Was Ihre neuliche Mitteilung anbelangt, so habe ich’ mittlerweile festgestellt, daß tatsächlich die Firma in Shanghai einen solchen großen Auftrag bekommen hat, daß jedoch dieser Auftrag sich nicht ausschließlich auf Deutschland bezog, sondern der Importfirma freistand, das notwendige Gerät auch aus anderen Ländern nach China einzuführen. Soweit die Firma sich an Deutsch- land wenden wird, wird sie dies vergebens tun. Bis jetzt liegen Unterlagen noch nicht vor, daß die Firma beab- sichtigt, den Auftrag nach Deutschland zu legen. Aber immerhin ist es noch möglich, daß sie damit kommt. Ich würde Sie dann rechtzeitig orientieren, auch für den Fall, daß ich erfahre, wohin tatsächlich der Auftrag gegeben worden ist. Für eine baldige Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar,

Mit dem Ausdruck vorzüglicher Hochachtung Ihr

Göring