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Aus Görings Schreibtisch : ein Dokumentenfund / bearbeitet von T. R. Emessen
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war ich Ihnen seinerzeit außerordentlich dankbar und werde Ihnen stets dankbar bleiben. Was meine Pflicht als Deutscher ist, bin ich mir stets bewußt gewesen und glaube, das oft genug, u. Q. noch in jüngster Zeit in Wien, unter Beweis gestellt zu haben.

Ich werde also Ihrem Wunsche gemäß die vertrags- mäßigen fünf noch ausstehenden Abende dieser Spiel- zeit in der Staatsoper dirigieren.

Wenn ich Ihnen, hochverehrter Herr Generaloberst, im übrigen mit meiner Bitte um vorzeitige Entlassung Ärger bereitet habe, so bedaure ich das aufrichtig. An der Entwicklung der Dinge im ganzen freilich ist wenig zu ändern, denn sie stammt nicht von heute. Die Ent- scheidung über meine zukünftige Beziehung zur Staats- oper haben Sie selber getrofjen, und zwar damals, als Sie mit Rücksicht auf Tietjens Empfindlichkeit weiter will ich dazu nichts sagen mir statt einer, mit dem Hause wirklich verbumdenen Position, wie sie zuerst projektiert war, eine in gewissem Sinne recht- und machtlose, reineGast-Tätigkeit zuwiesen. Es war von jeher mein Standpunkt, dem ich auch immer Ausdruck gegeben habe: Wenn schon als Gast, so muß meine Tätigkeit an die verschiedenen Institute im In- und Ausland verteilt bleiben; eine besondere Verpflichtung, Bindung, Bevorzugung eines einzelnen Instituts ist dann angesichts meiner ausgebreiteten Tätigkeit nicht mehr möglich. Daß ich eine solche Bindung in irgendeiner Form der Mitverantwortung damals für selbstverständ- lich hielt, war nicht persönlicher Ehrgeiz, sondern aus- schließlich künstlerisches Verantwortungsgefühl. Ich war damals noch durchaus willens, meine beste Kraft der Staatsoper zu widmen. Sie haben davon keinen Ge- brauch gemacht. Sie dachten offenbar für Ihr Institut (genau wie Frau Wagner in Bayreuth) nicht an den Künstler Furtwängler als Gesamtpersönlichkeit, der be- reit war, die Mitverantwortung für die führende Opern-

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