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Aus Görings Schreibtisch : ein Dokumentenfund / bearbeitet von T. R. Emessen
Entstehung
Seite
39
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‚ber 1937

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Sie von demselben Institut jahrelang Ihr volles Gehalt empfangen haben, ohne einen Finger dafür zu rühren und es Ihnen nur dadurch möglich war, während dieser Jahre Ihren sonstigen Interessen nachzugehen. Ich habe immer geglaubt, daß Sie irgendwie und-wann die Ver- pflichtung in sich fühlen, wenigstens nachträglich einen Teil dieser Dankesschuld abzutragen. Neben der nötigen Freudigkeit zur Arbeit gibt es ja auch noch eim Wort, das Pflicht heißt. Im übrigen habe ich keinerlei Recht, Sie erneut wieder aus dem Vertrag zu entlassen, son- dern muß darauf bestehen, daß der Vertrag vollinhalt- lich eingehalten wird. Ich stelle ferner fest, daß Sie zunächst zugesagt hatten, in allernächster Zeit in der Oper zu dirigieren, während Sie ja auch hierfür eine Absage schickten, obgleich Sie in der gleichen Zeit in Wien dirigieren werden. Wie Sie das alles der Staats- oper gegenüber, die soviel für Sie geian hat, verant- worten können, ist für mich immer ein Rätsel geblieben. Im übrigen geht es die Staatsoper ja schließlich gar nichts an, was Sie mit Bayreuth haben. Aber es dürfte schließlich auch für Sie von Wert sein, daß Ihr Ruf nicht durch fortgesetzte Unzuträglichkeiten, die Sie bald hier, bald dort, ob Berlin, Bayreuth, ob Oper oder Philharmonie, haben, erheblich leidet. Ich habe mich verpflichtet gefühlt, Ihnen einmal das ganz offen zu sagen, damit Sie Ihre Lage richtig erkennen können. Wie jeder von uns, so sind auch Sie schließlich in erster Linie Deutschland gegenüber verpflichtet. Von mir aber können Sie schlechterdings nicht verlangen, daß ich termingemäß jedes Jahr einen Fall Furtwängler an der Staatsoper habe. Ich hoffe, daß Sie volles Verständnis für meine Aufrichtigkeit haben, die allerdings, das be- sireite ich nicht, einer sehr begreiflichen Verärgerung entspringt.

Mit deutschem Gruß und Heil Hitler!