giert. Ich kann aber, wie ich sehe, die nötige Freudig- keit zur Arbeit nicht mehr aufbringen in einer Situation, die mir für mich als Mensch wie als Künstler gleich unwürdig erscheinen muß. Da meinem Wirken an der Staatsoper unter diesen Umständen ohnedies keine Zu- kunft beschieden sein dürfte, ist es vielleicht besser, schon jetzt damit aufzuhören. Ich werde selbstverständ- lich, wenn Sie es wünschen, den einmal eingegangenen Vertrag einhalten, wäre Ihnen aber dankbar, wenn Sie mich meiner Verpflichtungen— es handelt sich noch um fünf Abende— schon jetzt entbinden könnten.
Mit verbindlichen Grüßen und Heil Hitler
Ihr ganz ergebener Dr. Wilhelm Furtwängler (handschriftlich)
N.B. Die Nachricht der Zeitungen, daß ich nach Wien ginge, ist natürlich falsch!
Dokument Nr. 16. Briei Görings an Furtwängler:
16. Dezember 1937 Sehr verehrter Herr Furtwängler!
Ich habe Ihr Schreiben aus Wien erhalten. Es war ja wohl wieder einmal an der Zeit, daß mir von Ihrer Seite neue Schwierigkeiten bereitet wurden. Denn fast ein Vierteljahr sind die Dinge ja glatt gelaufen. Wenn Sie davon schreiben, daß SBie sich in einer Situation be- finden, die für Sie unwürdig erscheint, so habe ich dafür keinerlei Verständnis. Ich darf Sie. bitten, sich einmal selbst zu fragen, wie weit es sich mit Ihrer Würde vereinbaren läßt, mir jetzt wieder erneut Schwierig- keiten zu machen, und Ihre wirklich sehr spärliche Beteiligung an der Oper noch weiter zu kürzen, obgleich
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