bau“(RWA), folgendes fest:
„Das Bauvorhaben ist bauseitig in die Dringlichkeitsstufe O, apparateseitig in die Dringlichkeitsstufe SS einge- gliedert, womit der Grad der größten Dringlichkeit genügend gekennzeich- net sei. Er bittet die Vertreter von Staat, Partei und Wehrmacht um eine tatkräftige Unterstützung ı=«“
(s. Dokument Nr. 17)
Erich Kranepuhl, ebenfalls IG-Vertreter
im gleichen Amt, teilte mit,
'„daß der IG-Farbenindustrie zusätz- lich zu der Erzeugung von Buna noch der Auftrag zur Errichtung einer Treibstoffanlage mit einer Leistungs- fähigkeit von 75000 t/Jahr gegeben worden ist, die ebenfalls mit großer Beschleunigung erbaut werden muß.“ (Dokument ebenda)
Der Leiter des staatlichen„Reichsamtes
für Wirtschaftsausbau“ war niemand
anders als der IG-Aufsichtsratsvor- sitzende Carl Krauch! Zugleich war er der staatliche„Generalbevollmächtigte für Sonderfragen der chemischen Erzeu- gung“ und personifizierte also— wie an- dere IG-Gewaltige auch— die Einheit wirtschaftlicher und politischer Macht.
So, wie es ihren Interessen entsprach,
konnten sie als Wirtschaftskapitäne
oder als Beauftragte des Nazistaates auftreten. Sie waren— wie die Grün- dung des IG-Farben-Werkes Auschwitz beweist— Befehlsgeber und Befehls- vollstrecker in einer Person.
Heinrich Bütefisch, IG-Vorstandsmit- glied, Betriebsleiter von Leuna, Produk- tionsbeauftragter für Öl im NS-Rü- stungsministerium, als SS-Führer rang- gleich mit Höß, gab bekannt, daß er mit der
„Leitung der Fuerstlich-Pless‘schen Bergwerksgesellschaft eine neue Ge- sellschaft gegründet(habe), welche über die Zeche Fuerstengrube die Kohlenbasis fuer das Werk Auschwitz bietet.“ Von den aus Blut und Mord erwarteten Profiten war in den offiziellen Reden auf der Gründungsversammlung nicht die Rede. Ambros umschrieb es im NS- Jargon: „Die IG-Farbenindustrie erfüllt da- mit eine hohe Pflicht, auf ihre Weise mitzuwirken und alle Kräfte einzu- setzen, daß diese Industriegründung zu einem festen Eckpfeiler wird für ein kräftiges, gesundes Deutschtum im Osten.“
(Dokument ebenda)
Herren über Leben und Tod der Häftlinge
Und die IG-Farben wirkten von An- fang an„auf ihre Weise mit“. Max Faust, in der folgenden Zeit einer der IG-Herren über Leben und Tod Zehn- tausender KZ-Häftlinge und anderer Zwangsarbeiter, stellte sich selbst das Zeugnis eines faschistischen Henkers- knechtes aus. In einem der Wochen- berichte der Werksleitung Auschwitz vom August 1941 teilte er noch mit, daß er die SS-Leitung gebeten habe, wegen der demoralisierenden Wirkung auf die „freien Arbeitskräfte“ die„Züchtigun- gen auf der Baustelle::, in die Mau- ern des KZ zu verlegen“. Im Dezember 1941:berichtete er über den„Mangel an Arbeitsdisziplin seitens der polnischen Arbeitskräfte;::; Alle Druckmittel, selbst die Einweisung in das KZ, bleiben fruchtlos»: s Nach unseren bisherigen Erfahrungen fruchtet bei diesen Men- schen nur Brachialgewalt“; Und im Ok-
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tober 1943, nachdem Tausende und aber Tausende von Gefangenen auf den IG- Baustellen zugrunde gerichtet waren, beschwerte er sich über die Gestapo, die auf Anzeigen der IG-Farben gegen „Arbeitsbummelanten“ nicht immer „prompt arbeitet“ und„noch nicht er- kannt hat, um was es geht.“
Die IG-Farben-Vertreter riefen immer lauter nach„besonderen Maßnahmen“, und Faust und andere betätigten sich selbst als Schläger.
(s. Dokumente Nr. 18—22)
Diese Dokumente beweisen: Die IG- Farben benutzten SS und Gestapo als ihre Instrumente, Sie setzten die mäch- tigsten und grausamsten Nazi-Organe nach ihrem Willen. für die Erhöhung ihrer Profite ein.
Die Arbeitsbedingungen der Häftlinge, für die Faust und Dürrfeld die volle


