von Möbeln bombenbeschädigter Familien benutzt wurden. Wie hatte man damals geschrien: ‚Möbel von einem SS-Mann!!!“
Das war die Vergeltung aus erster Hand! Die geweihten Hostien lagen verbrannt, angekohlt und zertreten im Staub; die Menschen schlugen sich einen Weg durch den bischöflichen Garten, um wieder vom Westen auf den Domplatz kommen zu können und an der Lam- bertikirche schlug die Hand Gottes die ganze Decke des Langschiffes nebst Altar und Sakristei ein. Jetzt aber schweigen die ehmals fana- tischsten Hetzer, als es noch gegen den Führer und die nationalistische Regierung ging, und sehen sich nun nach einem Hintertürchen um, wie sie ihren geduldigen, hirnlosen Schafen nun diese Seite des Weltge- schehens beibiegen wollen. Ja, es ist nun einmal sc: in ihrem Sinne müssen sie nun eingestehen, daß die strafende Hand Gottes nicht etwa das gottlose Münster, wie sie so gerne möchten, sondern nun- mehr gerade sie selbst und ihre Gotteshäuser aufs schrecklichste ge- troffen hat. Aber das Volk schaltet die Gedanken aus und nimmt auch dieses in Kauf, wenn es um die Erhaltung der Religion, des höchsten menschlichen Dummheitsluxus, geht. Sie trösten sich über alles mit Gedankenlosigkeit hinweg auch wenn das ganze Clemenshospital dort mitten in der Stadt mit seiner berühmten Schlüterschen(?) Ba- rockkirche in Trümmern liegt, und der Herrgott sogar an die Hundert Nonnen mit der Generaloberin und ihrem ganzen Stabe, der Provin- zialoberin usw. durch die Hand der amerikanischen Flieger zu Tode beförderte, abgesehen von den Geistlichen, hinter denen die mün- stersche Frauenwelt ganz besonders herjammert. Aber diese Massen von namenlosen Toten, die zerfetzt in alle Winde flogen wie der Müll und der pulverisierte Stein der Wohnungen, die hier und dort im Splittergraben kaum[...] durch Volltreffer zerrissen wurden, die nach einer fröhlichen Kinoschau(?) von Kellergewölben erdrückt wur- den und die schließlich unter dem mächtigen Bogen der Bahnhof- unterführung ihr Leben dahingeben mußten, sie alle sind eine einzige Anklage gegen die göttliche Vorsehung, gegen die alles Gebetsgestam- mel und Augenaufschlagen eitles Geschwätz und Scheinheiligkeit be- deutet. Die ganze Pfaffenwirtschaft hat ihre schwerste Niederlage er- litten; den mit Mann und Roß und Wagen hat sie der Herr geschla- gen...(unlesbarer letzter Absatz).
Die„famosen Predigten des Bischofs von Münster“,
die Kremer erwähnt, waren die mutigen Anklagen des
Kardinals von Galen, der öffentlich gegen die Morde
protestierte, welche der nationalsozialistische Staat
unter der Tarnbezeichnung„Euthanasie‘“ begangen hat.
Kremer wußte aus eigener Anschauung ganz genau,
wohin der Weg, mit der„Euthanasie“ begonnen, ge-
führt hat. Sollte er das vergessen haben, als er so abfällig über den Bischof schrieb?
An seinem 60. Geburtstag unterbricht er die nichts- sagenden alltäglichen Eintragungen und gibt seiner
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