den Gaskammern
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Für den Tod in
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als in jenen Zeiten, als Galilei sein Wort wiederrufen mußte und da man die Wissenschaft durch Folter und Scheiterhaufen knebelte. Wohin in aller Welt soll das noch im 20.Jahrhundert führen!!! Bei- nahe möchte ich mich schämen, ein Deutscher zu sein. So werde ich als ein Opfer der Wissenschaft und ein Fanatiker der Wahrheit meine Tage beschließen müssen.
Randbemerkung: Es gibt keine arische, negride, mongolide und jüdische Wissenschaft, sondern nur eine wahre und falsche!
Kremer hatte durchaus keine Hemmungen, auch Dinge ins Tagebuch einzutragen, die für ihn gefähr- lich sein mußten, falls sie Funktionären der NSDAP vor Augen kamen:
1. März 1943:
War heute zwecks Eintragung beim Schuster Gr[...]mühl, wo ich ein aus Kattowitz an ihn gerichtetes Flugblatt der Soz. Partei Deutsch- lands zu sehen bekam. Aus ihm ging hervor, daß wir bereits 2 Mil- lionen Juden liquidiert hätten durch Erschießen und durch Giftgas.
Vergebens wird man aber eine Notiz, auch nur eine Andeutung suchen, die darauf hinweist, daß sich der Herr Universitätsprofessor mit dem furchtbaren Ge- schehen in Auschwitz, dessen Zeuge er war und an dem er aktiv teilgenommen hat, auseinandersetzt. Sein Tagebuch beweist, daß ihn lediglich die Intrigen be- wegen, die an der Universität gegen ihn gesponnen werden:
5. März 1943:
Mußte heute mit der Sammelbüchse für das Kriegswinterhilfswerk los. In der Stadt wurde man zumindest als lästig empfunden. Einen Bombenerfolg hatte ich zu guter Letzt im Gauamt für Volksgesund- heit, wo mir die Büchse förmlich dank der Mithilfe von Herrn Gülker aus der Hand gerissen wurde; sogar ein 10-Markschein war darunter. Bei dieser Gelegenheit erzählte mir Herr Gülker, daß Gaugesund- heitsführer Fenner nochmals wegen meiner Angelegenheit beim Gau vorstellig geworden sei, aber er stieße seitens der Universität(Mevius und Becher) auf hartnäckigen Widerstand. Er schlug mir dann vor, um dem Ärger zu entgehen, mir doch ein Krankenhaus geben zu lassen, eine Anregung, die bestimmt von seiten der Universität kam, um mich so auf dem einfachsten Wege los zu werden. Als Facharzt für Chirurgie würde das, wie er immer wieder betonte, gerade heute gar keine Schwierigkeiten machen. So könnte ich z. B. das Kreiskran- kenhaus Herford ohne weiteres als Chefarzt haben. Ich merkte sofort, daß ich den Herrn an der Universität wegen meiner wissenschaftlichen Leistungen und meiner langjährigen aktiven Tätigkeit in der Partei allmählich auf die Nerven falle. Sie haben ein sehr schlechtes Gewissen
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