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Braunbuch : Kriegs- und Naziverbrecher in der Bundesrepublik ; Staat, Wirtschaft, Armee, Verwaltung, Justiz, Wissenschaft / Herausgeber: Nationalrat der Nationalen Front des Demokratischen Deutschland
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Bischof Nikolai von Zica einen Versuch zu machen... und ihn für die antibol- schewistische Propaganda und zur Unterstützung der Regierung Naditsch ein- zusetzen.(Deutsches Zentralarchiv Potsdam, AANr. 31)

Am Schluß dieses Berichtes heißt es:Größere propagandistische Aktionen scheinen mir bei einer Überprüfung der Gesamtlage zunächst wieder in Bul- garien notwendig zu werden. Die antibolschewistische Propaganda muß dort intensiver durchgeführt werden, und zwar erneut über den bis in das letzte Dort reichenden Apparat der orthodoxen Kirche. Die Ansätze und Vorbereitungen dafür habe ich, soweit mir das in der kurzen Zeit noch möglich war, geschaffen. (Ebenda)

Eine andere Seite der Tätigkeit Gerstenmaiers war die Abfassung von fa- schistischen Propagandaschriften vor allem gegen Frankreich. So beteiligte er sich an der SchriftenreiheFrankreich gegen die Zivilisation unter einem Pseudonym. Das Heft Nr.12 dieser Reihe schrieb Gerstenmaier unter dem Titel Frankreichs Protestantismus im Kriege. Über diese Broschüre schreibt der Leiter des Kirchlichen Außenamtes, Bischof Heckel:

Aus amtlichen Rücksichten ist die Broschüre pseudonym erschienen... Auch in dieser Schrift beweist sich ebenso wie in seiner übrigen Arbeit das klare Urteil und der charaktervolle entschlossene Einsatz Gerstenmaiers für das Reich.(Spandauer Volksblatt, Westberlin, 20. November 1964)

Zu der Tätigkeit Gerstenmaiers für die Nazi-Führung gehört auch die Denun- ziation antifaschistischer Geistlicher, wie die des als Pionier der ökumenischen Bewegung bekannten Professors Siegmund Schultze.

In dem Bericht über seine Skandinavienreise aus dem Jahre 1939 an das fa- schistische Auswärtige Amt schreibt Gerstenmaier:Als eine Störung dieser zweifellos deutschfreundlich angelegten Arbeit muß die in Aussicht genom- mene, etwa dreimonatige Tätigkeit von Prof. Siegmund Schultze in Zürich be- trachtet werden. Prof. S. Schultze ist für das kommende Jahr im Besitz der Olaus-Petri-Stiftung und hat in dieser Eigenschaft etwa drei Monate in Upsala zutun... Bei der negativen Haltung des jetzigen Stipendiaten der O.-P.-Stif- tung muß mit einer Erschwerung jeder sinnvollen deutschen Arbeit in Skandi- navien gerechnet werden. Ich glaube darum... die vertrauliche Bitte aus- sprechen zu sollen, von seiten des Reiches das zu veranlassen, was geschehen kann, um Prof. 5. Schultze die Einreise in Schweden, ohne daß es auffällt, un- möglich zu machen...(Spandauer Volksblatt, Westberlin, 20. November 1964)

Das Auswärtige Amt reagierte prompt. Am 30. November 1939 wies es die deutschen Vertretungen in Kopenhagen, Oslo, Stockholm, Bern und Zürich so- wie in Genf an, Prof. S. Schultze in Zürich keinen Aus- oder Durchreisevermerk

zu erteilen. Am 10. August 1942 wurde Dr. habil. Eugen Gerstenmaier als Konsistorial-

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