Vialon Karl Friedr. heute:
Nach Kriegsende wurde Blessing- für kurze Zeit interniert- von den west- deutschen Monopolen mit offenen Armen empfangen und bereits 1957 auf den
Posten des Bundesbankpräsidenten geschoben.
DER BUCHHALTER DER SS-MÖRDER
Bonner Staalssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammen- arbeit, das alle Fragen der Bonner neokolonialistischen Politik koordiniert. Zuvor Ministerialdirektor im Bundeskanzleramt und Berater Adenauers in Wirtschafts- und Finanzfragen.
Karl Friedrich Vialon begann seine Karriere bei der faschistischen Justiz. Zuletzt war er Landgerichtsrat beim Oberlandesgericht in Karlsruhe. Dann wechselte er zum Reichsfinanzministerium über. Zu Anfang des zweiten Welt- krieges half er als Oberregierungsrat mit, das okkupierte Elsaß auszuplün- dern. Nach dieser„Bewährung“ wurde er Regierungsdirektor und Leiter der Finanzabteilung des Reichskommissariats für das Ostland in Riga. Hier hat Vialon unverwischbare Spuren hinterlassen, die ihn schwerster Verbrechen überführen.
In seinem Wirkungsbereich, den estnischen, lettischen, litauischen und bjelo- russischen Gebieten, wurde die sogenannte Endlösung unter führender Beteili- gung Vialons am perfektesten durchgeführt. Es gelang kaum einem der jüdi- schen Bürger, mit dem Leben davonzukommen. Nach Angaben im„Einsatz- gruppen-Prozeß“ 1947/48 in Nürnberg wurden allein in den estnischen, letti- H schen und litauischen Gebieten 118430 jüdische Menschen ermordet. Dazu Karl- kommen annähernd eine halbe Million aus den bjelorussischen Gebieten.| Vialon besorgte die Ausplünderung dieser Opfer. Er sammelte das Vermögen und die Habe der Ermordeten und machte sie dem faschistischen Regime für die Durchführung neuer Mordtaten nutzbar.
Am 16. März 1943 wies Vialon in einem Geheimerlaß- er betraf die„Ab- lieferung der durch die Polizei beschlagnahmten jüdischen Vermögenswerte”— den Generalkommissar in Minsk an,„daß die Zahlstellen des Betehlshabers der Sicherheitspolizei und des SD“ die beschlagnahmten Wertgegenstände und Gelder an die Amtskassen der Generalkommissare abführen. Schon am 2.Mai 1943 rügte Vialon den Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes Ostland dafür, daß„die in Aussicht gestellte Ablieferung beschlagnahmter Vermögenswerte in Höhe von über einer Million Reichs- mark... noch nicht eingegangen sei.“ Er verlangte zu wissen, wann mit der Ablieferung„an meine Hauptkasse gerechnet werden kann“.(Zentralarchiv der Lettischen SSR, Riga, Reichskommissariat für das Ostland- Siehe auch Tafel 15)


