Druckschrift 
Braunbuch : Kriegs- und Naziverbrecher in der Bundesrepublik ; Staat, Wirtschaft, Armee, Verwaltung, Justiz, Wissenschaft / Herausgeber: Nationalrat der Nationalen Front des Demokratischen Deutschland
Entstehung
Seite
41
Einzelbild herunterladen

Vertreter| lung de ressenten *handlun. \Dpe über ı 1941/9 bzw. der

er auslän- geleiteten rozent der Schreiben ervorgel sländische an. chroni- sbedingun:

em Sterbe , Formulie hrenlassei Infektions ngsarbeite! Jeamten& \ Nationali der Stadt rielen ande-

Wirtschafts e Rüstung ‚aftsministe net Bundes

hei de! Dei!

41

schen Reichsbank tätig, ging er 1934 als Generalreferent in das faschistische Reichswirtschaftsministerium. 1937 wurde er Mitglied des Reichsbankdirekto- riums und später Mitglied des engeren Beirats der Deutschen Reichsbank. In dieser Vertrauensstellung war Blessing maßgeblich an der Finanzierung, Vor- bereitung und Durchführung der Aufrüstung und Kriegsvorbereitung beteiligt.

Unter seiner Mitwirkung gründete Schacht als Reichsbankpräsident bereits im Mai 1933 in Berlin unter Beteiligung der Reichsbank mit den Rüstungs- konzernen Krupp, Siemens, Rheinmetall und Deutsche Werke die Metallur- gische Forschungs-GmbH(Mefo). Sie war eine Scheinfirma, die eine weit- gehende Tarnung der damals noch geheimen Aufrüstung ermöglichte.

Durch seine exponierte Stellung hatte damals Blessing auch engste Bindung zur IG-Farben-Industrie AG. Die IG-Farben charakterisierten Blessing in einem Schreiben an eine südafrikanische Firmaals eine der führenden Persönlich- keiten im Reichswirtschaftsministerium und einen der engsten Mitarbeiter von Schacht und wiesen damit auf die bedeutende Rolle Blessings im Nazi-Staat hin.

Blessing wurde ständig zu Beratungen führender Gremien der Faschisten herangezogen, wie zu der Besprechung Görings über dieRückgliederung Österreichs am 11. März 1938. Auf der Tagesordnung dieser Besprechung, an der Blessing in seiner Eigenschaft als Generalreferent für Angelegenheiten des Landes Österreich im Reichsbankdirektorium teilnahm, stand u.a. die Arisie- rungspolitik in Österreich. In einer weiteren Sitzung, von Göring als die wich- tigste im Rahmen des Vierjahresplanes eingeschätzt, referierte Blessing zu Fra- gen der Mineralölversorgung imA-Falle. Im Dezember 1939 fand beim Oberkommando der Wehrmacht unter Leitung von General Thomas eine Be- ratung über Rüstungsfragen statt. Hier sprach Blessing in der Diskussion zu Fragen des Verkehrsproblems und zur Rohstoffbeschaffung und brüstete sich damit, an der Einrichtung eines Überwachungssystems selbst beteiligt zu sein.

Im Januar 1944 beauftragte der Leiter des Planungsamtes des Generalbevoll- mächtigten für Rüstungsaufgaben die Dresdner Bank mit...der laufenden Beobachtung und Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse in Schweden; der Erkundung über die spezielle handelspolitische Lage; der Unterrichtung über ausländische Persönlichkeiten u. a. m. Der Beauftragte weist dann die Dresdner Bank an:Die laufende Fühlungnahme mit Ihnen und die Zusam- menarbeit im einzelnen erfolgt über Herrn Direktor Karl Blessing, Continen- tale Oel AG, der die Koordinierung und Auswertung der Vorschläge und Be- richte der einzelnen Mitarbeiter in meinem Auftrage übernommen hat.(Nürn- berger Prozeß, Fall XI, Akte Nr. 422, Dok. Nr. NI 2031)

Blessing beteiligte sich aber nicht nur aktiv an der Versklavung und Aus- plünderung der okkupierten Länder, sondern er half auch bei der Vorbereitung von geplanten Aggressionen auf neutrale Länder.