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Braunbuch : Kriegs- und Naziverbrecher in der Bundesrepublik ; Staat, Wirtschaft, Armee, Verwaltung, Justiz, Wissenschaft / Herausgeber: Nationalrat der Nationalen Front des Demokratischen Deutschland
Entstehung
Seite
30
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Ambros Otto heute:

des KuratoriumsUnteilbares Deutschland sowie der eigens im Dienste des Revanchismus stehenden Ministerien und anderer Revancheorganisatio- nen.

Der Revanchistenführer und Bundesminister Seebohm z.B. ist ein alter Ver- trauter der IG-Farben. Seine Familie leitete die Einverleibung der chemischen Industrie der CSR in den IG-Farben-Konzern.

Siegfried Balke, IG-Farben-Repräsentant, ist als Präsident der Bundes- vereinigung der Arbeitgeber-Verbände Mitglied des KuratoriumsUnteilbares Deutschland und vertritt hier die Interessen der IG-Farben und der anderen Rüstungskonzerne, deren Ziel ein atomarer Revanchekrieg gegen die DDR und das sozialistische Lager ist. Im IG-Farben-Prozeß vor dem amerikanischen Ge- richtshof in Nürnberg lautete die Anklage gegen die leitenden Angestellten der IG-Farben-Industrie auf: Planung, Vorbereitung, Beginn und Führung von Angriffskriegen und Einfällen in andere Länder; Plünderung und Raub; Ver- sklavung und Massenmord; Mitgliedschaft in der SS; gemeinsamer Plan und Verschwörung. Die Verbrechen sind noch ungesühnt, die Hauptverantwort- lichen der IG-Farben aber sind heute in den einflußreichsten Positionen der westdeutschen chemischen Industrie zu finden.

FREUND UND FÖRDERER DER SS

Einflußreiches Mitglied zahlreicher Aufsichtsorgane großer Chemie- und an- derer Konzerne, z. B. der Scholven-Chemie AG, Gelsenkirchen Büer, der Feld- mühle Papier- und Zellstoffwerke AG, Düsseldorf, der Telefunken GmbH, Westberlin.

Otto Ambros war Mitglied des Vorstandes des Technischen und des Chemi- kalien-Ausschusses der IG-Farben-Industrie AG. Er gehörte zu den prominen- ten Wehrwirtschaftsführern des faschistischen Staates. Neben seinen Leitungs- funktionen in der IG fungierte er als Sonderbeauftragter für Forschung und Entwicklung beimBeauftragten für den Vierjahresplan, Göring, als Leiter des SonderausschussesChemische Kampfmittel und des Hauptausschusses Pulver und Sprengstoffe beim Rüstungsamt.

Als Buna-Spezialist war Ambros hauptverantwortlich für den Bau des 4. Buna-Werkes der IG-Farben in Auschwitz. Von ihm wurde das Gelände aus- gewählt, das er für die barbarische Ausbeutung von KZ-Häftlingen und aus- ländischen Zwangsarbeitern am zweckmäßigsten fand. Anläßlich der Grün- dungssitzung des Werkes Auschwitz besiegelte Ambros die enge Zusammen- arbeit mit der Leitung des Konzentrationslagers. In einem Brief nannte er die neue Freundschaft mit der SS, die mindestens 370 000 Opfer allein im Buna-