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Günther Sohl, Vorstandsvorsitzender der August-Thyssen-Hütte AG und Auf- sichtsrat der Deutschen Bank.
Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände(BDA) ver- einigt 55„sozialpolitische” Fachspitzen- und Landesverbände. Ihnen gehören mehr als 850 Arbeitgeberverbände der Industrie, des Handels, der Banken und Versicherung, des Verkehrs u. a. Branchen an.
Von 1953 bis 1964 fungierte hier Hitlers Wehrwirtschaftsführer H.C. Pauls- sen als Präsident— ein ehemaliger Prominenter der faschistischen Rüstungs- industrie, Vertreter der Deutschen Bank und Generaldirektor der Aluminium- industrie Singen AG. Sein Nachfolger wurde der IG-Farben-Beauftragte und Atomminister a.D. Siegfried Balke. Allein von den 22 Präsidiumsmitgliedern des Verbandes vertreten 14 die nach dem zweiten Weltkrieg als Kriegsverbre- cher-Konzerne bezeichneten Rüstungsmonopole.
Die Ziele der Verbände sind dementsprechend die gleichen wie die vor 50 Jahren. Die Rüstungswirtschaft, mit anderen Worten die Kriegsvorberei- tung, wurde von ihnen bereits 1955 offiziell organisiert. Im BDI-Geschäfts- bericht 1955/56, Seite 178, heißt es:
„In der Überzeugung, daß es erforderlich und zweckmäßig ist, den Träger des Rüstungspotentials so früh wie möglich in alle verteidigungswirtschaft- lichen Angelegenheiten einzuschalten und den Sachverstand der Industrie nicht ungenutzt zu lassen, hat er seine verteidigungswirtschaftlichen Organe den maßgeblichen Stellen zur Verfügung gestellt und diesen damit wertvolle Unter- lagen für ihre Entscheidungen geliefert.“
WIEDER IM RÜSTUNGSGESCHÄFT
Die Untersuchungen des Deutschen Wirtschaftsinstituts Berlin(DWI-Be- richte Nr. 9/1963 und Nr. 2/1964) ergaben, daß Ende 1964 bereits 109 west- deutsche Unternehmen an der unmittelbaren Rüstungsproduktion beteiligt waren. Zu diesen Unternehmen gehört der mit der IG-Farben-Gruppe liierte Rheinstahl-Konzern, der heute am stärksten in der Rüstung engagierte Stahl- konzern Westdeutschlands.
Die Produktion von chemischen Kampfstoffen, Sprengstoffen und Spezial- treibstoffen(Düsen- und Raketentreibstoffen) ist die Domäne der Nachfolger des IG-Farben-Kriegsverbrecher-Konzerns(BASF, Bayer und Hoechst), des Flick-Konzerns(Dynamit Nobel AG) und des Krupp-Konzerns(Wasag-Chemie AG und Nitrochemie GmbH).
Zum Bereich des Flick-Konzerns gehörten nach dem Stand vom 31. De- zember 1962 15 Aktiengesellschaften, 89 Gesellschaften mit beschränkter Haftung und 6 Gesellschaften anderer Rechtsformen, die zusammen ein Ka-


