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Werktätigen das Heft in der Hand haben, die Grundsätze der Anti-Hitler- Koalition für die Gestaltung der deutschen Nachkriegsverhältnisse konsequent entwickelt. Wir haben in jeder Beziehung die Lehren des 2. Weltkrieges be- herzigt. Der preußisch-deutsche Militarismus, Geißel der Deutschen und Geibel anderer Völker, wurde mit der Wurzel gerodet. Jedem Drang nach Eroberun- gen, jedem Streben nach Raub und Beute, nach dem Territorium anderer Völ- ker, wurde der Boden entzogen.
Bei uns gilt der Revanchismus als Verbrechen, das gerichtlich geahndet wird. Kriegs- und Naziverbrecher wurden entmachtet und bestraft. Bei uns gibt es keine Fabrik, kein Werk, kein Büro, kein Stück Boden, die den Interessen von Kriegs- und Rüstungsgewinnlern dienen. Wer bei uns gegen andere Völker hetzt, wer zum Krieg auffordert, wird als Feind des Volkes angesehen.
Die Grundforderungen der deutschen Arbeiterbewegung, die menschlichsten Ideen aller deutschen Humanisten: Frieden, sozialer und kultureller Fortschritt, internationale Zusammenarbeit und Völkerverständigung sind die Grundlage der Staatsdoktrin der Deutschen Demokratischen Republik.“(Aus dem von der Volkskammer der DDR am 5. Mai 1965 einmütig gebilligten„Manitest an das deutsche Volk und an die Völker und Regierungen der Welt“, Neues Deutsch- land, 6. Mai 1965)
94 MÄNNER BEHERRSCHEN DIE WIRTSCHAFT
In Westdeutschland wurde das Urteil der Völker, die Monopolgewaltigen zu entmachten, nicht befolgt. Die Festlegungen des Potsdamer Abkommens wur- den unter der Schutzherrschaft vor allem der amerikanischen Besatzungsmacht gebrochen. Die Monopolgesellschaften— die Konzerne, Kartelle, Trusts— blie- ben erhalten.
Nach der separaten Währungsreform in Westdeutschland 1948 waren die meisten Konzerne in der Lage, die durch die Kriegsgewinne enorm erhöhten Reichsmark-Aktien zu günstigen Bedingungen in neue DM-Aktien umzutau- schen. So erhielten, um nur ein Beispiel zu nennen, die Aktionäre der Vereinig- ten Stahlwerke, insbesondere die Familie Thyssen, für eine alte Aktie im Nominalwert von 1000 RM neue Aktien im Nominalwert von mehr als 3000 DM. Wenn man noch die Reserven mit einrechnet, erhöhte sich das Ge- samtkapital dieses Konzerns von 731,5 Millionen RM im Jahre 1938 auf nun 3655,3 Millionen DM; bei der„Ausgründung“ seiner 18 Nachfolgeunterneh- men im Bonner Staat ist es durch seine Kriegsprofite nahezu verfünffacht wor- den.
Die IG-Farben konnten ebenfalls ihre Kriegsgewinne voll und ganz realisie- ren. Die Badische Anilin- und Sodafabrik AG, Ludwigshafen(BASF),- eine der
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