grenzte, vorübergehende Periode. Bis Mitte 1943 waren jedoch auch die letzten Gettos im GG liquidiert, und die Juden in die Vernichtungslager bzw. in noch bestehende Arbeitslager deportiert.
Im Zusammenhang mit weiteren militärischen Niederlagen des Dritten Reiches und der immer mehr nach Westen zurückweichenden Frontlinie begannen die Nazibehörden, die jüdischen Arbeitslager zu liquidieren und ihre Insassen zu ermorden. Die blutigste Aktion wurde in den November- tagen 1943 durchgeführt; es wurden dabei über 40 000 Juden ermordet, die
sich in den Arbeitslagern im Gebiet von Lublin befanden. Die danach noch im polnischen Gebiet übriggebliebenen jüdischen Arbe itslager wurden in KZ- Laser verwandelt. Von allen größeren jüdischen Zentren bestand zu jeneı Zeit nur noch das Getto in Lodsch(etwa 70000 Personen). Im August 1944 wurde auf Grund der weiteren Niederlagen an der Ostfront auch das Lodscheı Getto von den Faschisten liquidiert; auch die letzten Arbeitslager folgten. Diese Juden wurden in Vernichtungslager deportiert; eine geringe Anzahl davon wurde in Lager verschleppt, die sich im Reich selbst befanden. Der Grundsatz der Nazipolitik in den letzten Kriegsmonaten waı jedoch, alle Häftlinge, besonders die Juden, gänzlich auszurotten, damit keiner durch die sich nähernden alliierten Armeen befreit werde. Dies ist u.a. aus dem vom 3efehlshaber der Sipo im GG Mitte 1944 erlassenen Befehl ersichtlich.
Sogar angesichts ihrer endgültigen und unvermeidlichen Niederlage ver- zichteten die Nazibehörden nicht auf die Verwirklichung ihrer verbreche- rischen Absicht, die Juden gänzlich auszurotten.
Die großen deutschen Monopole und Konzerne(AEG, IG-Farben, Krupp, Göring-Werke, Flick, Haniel, Siemens, HASAG usw.), die Banken Dresdener Bank, Deutsche Bank u. a.), die die Hauptverantwortung dafür tragen, daß der Faschismus zur Macht kam und daß der zweite Weltkrieg entfacht wurde, nahmen gemeinsam mit den Okkupationsbehörden an der\ erwirklichung der nazistischen Vernichtungspolitik teil, die gegen die Juden in Polen geführt wurde. Schon in den Jahren 1938/39 zogen die erwähnten deutschen Konzerne und Banken Nutzen aus der Milliardenkontribution, die der jüdischen Be- völkerung in Deutschland auferlegt wurde. Sie bemächtigten sich auch zu jener Zeit vieler jüdischer Geschäfte, Betriebe und Banken sowohl in Deutsch- land als auch kurz danach in dem besetzten Österreich und in der Tschecho- slowakei. Die deutschen Monopole und ihre im besetzten Polen gegründeten Filialen waren mit der verbrecherischen Judenpolitik der Okkupations- behörden völlig einverstanden und erzielten riesige Gewinne durch die Aus- beutung der für sie billigen jüdischen Arbeitskraft und durch den Raub des beweglichen und unbeweglichen Eigentums der Juden. Diese Monopole nahmen auch an den Aktionen zur Massenvernichtung der Juden in den Todes- und Konzentrationslagern teil.
In den besetzten Teilen Polens(Generalgouvernement, Warthegau, Schle- sien, in den Bezirken Bialystok und Zichenau) arbeiteten die örtlichen Okku-
pationsbehörden(Polizei, Verwaltung und Militär) meistens einträchtig
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