ob die anstoßenden Baracken geräumt wurden oder nicht,
Zwei Tage später— es war der 2. Mai 1945— erreichte dieSpannung ihren Höhepunktmit dem Bericht:“Das Konzentrationslager Ravens- brück, unser Stammlager, ist befreit worden,” Wir kannten diese Meldung, die sich seit An- fang März wohl zum fünfzigsten Male, mit allen erdenklichen Variationen, wiederholt hatte. Aber dieses Mal stimmte sie wirklich. Die Auf- seherinnen, die von dort geflüchtet waren, über- brachten sie persönlich in aller Herrgottsfrühe, und gegen 9 Uhr hielt der Lagerführer eine wohlklingende Rede, in der er die Befreiung bestätigte. Er erzählte etwas von der Übernah- me der Häftlinge durch das Schwedische Rote Kreuz und versprach mit heiligen Schwüren, uns kein liaar zu krümmen, mehr noch, uns vor al- len Gefahren zu beschützen und uns persönlich den Alliierten zu treuen Händen zu übergeben, Das war am Vormittag. Nachmittags hatte er sein Versprechen längst vergessen oder er hielt es für überflüssig und wichtiger, für seine eigene Sicherheit zu sorgen, Um drei Uhr ent schwand die sonst so geräuschvolle SS still und leise aus dem Lager,ohne Aufsehen zu er- regen.
Um%4 Uhr erschien ein amerikanisches Auto mit einem Vorposten— Rechercheur. Er wurde
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