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Auschwitz : ein Tatsachenbericht ; das Vermächtnis der Opfer für uns Juden und für alle Menschen / Lucie Adelsberger
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gleichmachen.(Was für ein Jammer: nach so viel Jahren der Qual jetzt am Schlusse zugrun- de zu gehen.)

Das unbestimmte Warten zerfraß unsere letzten Nerven. Nie, während all der Jahre, als wir keinerlei Aussicht auf Rettung gehabt hatten, waren wir so ungeduldig gewesen. Alte einge- fleischte Häftlinge mit überkompensierter Wurschtigkeit wurden kribbelig und nervös. Wir schliefen nicht mehr, sondern horchten in die Nacht hinaus, lauschten auf jedes Geräusch und registrierten wie ein Oszillograph die lei- sesten Schwingungen und Vibrationen in der Umwelt. Aus Ahnungen und Nachtmären wurden Gerüchte und aus Gerüchten entwickelten sich Schimären, die in Dunst zerflossen und Hoff- nungen, die nach wenigen Stunden wie Plunder in sich zusammenfielen.

Am Montag, dem 30. April, verlautete, daß an das SS-Fliegerkorps, das rings um unser La- ger stationiert war, ein Ultimatum folgenden Inhalts ergangen sei:Das SS Fliegerkorps wird aufgefordert, sich bis Dienstag nachmittag um 3 Uhr zu übergeben und mit allen Flugzeu- gen jenseits der Elbe an dem Orte X.(den wir nicht erkunden konnten) zu landen. Wir stan- den hinter unseren Drähten, ließen keine Bewe- gung der Flieger aus den Augen und waren SO aufgeregt, daß wir nicht feststellen konnten,

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