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Auschwitz : ein Tatsachenbericht ; das Vermächtnis der Opfer für uns Juden und für alle Menschen / Lucie Adelsberger
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paar geschickte Mädels schnell über den Wa- genrand, füllten ihre Eßgefäße mit Schnee und brachten ihn hoch. Um jede Handvoll entspann sich ein erbitterter Kampf, und nicht nur um den Schnee, sondern um das kleinste Plätzchen im Zug. Mag sein, daß das Zusammengeklumpt- sein uns vor dem Erfrieren bewahrt hat, aber nach den Strapazen des Marsches verbrauchte das ständige Sich- zur Wehr Setzen, um nicht erdrückt zu werden, die letzten Kräfte. Einer der SS-Leute, die uns bewachten, wur- de nach zwei Tagen ohnmächtig hinausgetra- gen,und in einem einzigen Wagen wurden sechs Menschen totgetrampelt. Sechs Tage und sechs Nächte ging die Fahrt, ohne daß wir ein Ende sahen. Wir wußten nicht, wie lange, nicht, wo- hin. Voller Aufregung verfolgten wir die einzel- nen Stationen: vorbei ging es an Breslau, an Frankfurt an der Oder wo die Menschen in Massen den Bahnhof umlagerten und die Züge gerammelt voll nach Westen liefen, weiter nach Sagan, durch die östlichen Vororte von Berlin. Dann ginges nach Oranienburg und Fürstenberg und nach Ravensbrück. Dort, in einem der übelst berüchtigten Konzentrationslager, wo seit 1933 Hekatomben von Häftlingen elend zugrunde ge- gangen waren, wurden wir ausgeladen, nach ei- ner Reise, die wir mitso viel Hoffnung angetre- ten hatten.

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