Einen Tag lang lagen wir im schmutzigen Schnee an den Wällen der Lagerstraße, noch immer ohne einen Bissen zu essen oder einen Tropfen Wasser für den vertrockneten Gaumen, (Für ein Glas Wasser wurde eine goldene Kette, eine Uhr geboten.) Abends wurden die 8000 Menschen in eine Maschinenhalle gejagt, wo es für Ellbogentüchtige etwas Lagersuppe und ein paar Kartoffeln gab.
Ich glaube nicht, daß auf dem Marsch der Frau- en mehr als 15 bis 20% versagt haben; das ist eine böse Zahl, und doch wenig genug, wenn man sich die Menschen vorstellt, die von Auschwitz ausgezogen sind: neben alten trai- nierten Häftlingen viele ausgehungerte, ausge- mergelte Gestalten, Kranke und Kinder, die durch ein Wunder überlebt hatten.
Von Eulenspiegel, dem tollen Kauz, wird eine verrückte Episode erzählt. Eulenspiegel geht mit dem Leiter eines Krankenhauses eine hohe Wette ein,daß er binnen 24 Stunden alle Patien- ten heilen werde, auch wenn sie noch so krank und seit langem bettlägerig wären. Dann geht er zu jedem Patienten und flüstert ihm ins Ohr: “Wer bei der Aufforderung, das Spital sofort zu verlassen, als letzter zurückbleibt, ist des To- des.” Am nächsten Morgen ruft er zum Verlas- sen des Hauses auf und alle Kranken eilen aus
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