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Auschwitz : ein Tatsachenbericht ; das Vermächtnis der Opfer für uns Juden und für alle Menschen / Lucie Adelsberger
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bestimmte Richtung. Einen langen, nicht en- denden Tag liefen wir um unser Leben. Gegen 7 Uhr erreichten wir Loslau, unter Aufbietung aller unserer Kräfte die letzten 10 km im Lauf- schritt rennend. Rund 100 km hatten wir, mit den ausgemergelten Individuen von Auschwitz, mit den vielen Kranken, mit 70 Kindern, durch- ler und über Höhen, im tiefen Schnee watend, im Reißaus vor dem Tode bezwungen,

Und noch waren wir nicht am Ziel. Nach einer Kampfnacht der Vielzuvielen im Stroh um ein Plätzchen zum Sitzen und zum Wärmen wurden wir am nächsten Morgen zum Bahnhof geführt und einwaggoniert, am 21. Januar, in offene Kohlenwagen. Wir wurden in Massen hineinge- preßt, immer noch mehr und neue dazu. Die Türen wurden verrammelt. In jedem Waggon wa- ren 120 bis 130 Menschen zusammengepfercht, die in der Enge nicht stehen, geschweige denn sitzen konnten. Es war eisig. Die Kälte zerriß die Haut, zerfraß die Finger und die Zehen und bohrte sich mit der scharfen Luft in die Lun- gen und die Gedärme hinein. Der Hunger nagte bis ans Herz. Wir fristeten unsere Tage von den letzten Überbleibseln, die wir aus den Ta- schen zusammenklaubten, und löschten unseren Durst mit dem Schnee, den wir auf den schmut- zigen Wagenrändern zusammenkratzten. Wenn der Zug auf offener Strecke hielt, kletterten ein

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