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Auschwitz : ein Tatsachenbericht ; das Vermächtnis der Opfer für uns Juden und für alle Menschen / Lucie Adelsberger
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Schnee. Der klare Sternenhimmel leuchtete über uns, der Mond erstrahlte in voller Größe, der Schnee schmiegte sich als großer samtener Teppich über die Fluren und Wiesen, die Wäl- der schimmerten in blendendem Weiß, und auf den Zweigen glitzerten die Filigranmuster der Eiskristalle. Und hoch lag der Schnee auf un- serem Weg und knirschte bei jedem Schritt un- ter unseren Füßen. Wir marschierten die ganze Nacht hindurch und genossen zuerst das Wan- dern in der freien Natur mit der ganzen Wonne der jahrelang gefangen Gewesenen, Der oder jener, der seine Kräfte überschätzt hatte und müde wurde, setzte sich in den Schnee, um et- was auszuruhen und später nachzufolgen, oder um gemächlich nach Auschwitz zurückzukehren. Nur die vielen Posten an unserer Seite, bei je- der zehnten Reihe rechts und links ein Posten, trübten unser Freiheitsempfinden.

Am Morgen ging hinter den Beskiden die Sonne auf und noch immer zogen wir weiter durch den Schnee, nicht mehr so vergnügt, schon müde und hungrig und auf eine Bleibe hoffend. Aber immer weiter führte der Weg bergauf, bergab, und, wie wir am Stand der Sonne sahen, gen Süden, gen Westen, gen Norden, durch den tie- fen, weichen Schnee, ohne Rast, ohne Pause, ohne Ende: nichts als Schneelandschaft und dazwischen Tote. Sie lagen am Straßenrand, an

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