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Auschwitz : ein Tatsachenbericht ; das Vermächtnis der Opfer für uns Juden und für alle Menschen / Lucie Adelsberger
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Kanten den Horizont und hoben sich wuchtig von der weiten Schneelandschaft ab, die im Mondschein magisch glitzerte, Unten im Schat- ten zwischen den bläulichen Häuserwänden schlängelte sich der enge Weg, beiderseits be- grenzt vom Draht, der die Häuser umschloß und uns nicht mehr galt. Die gespenstisch schrei- tenden Posten, die am Draht auf und ab mar- schierten, bewachten uns nicht mehr und schie- nen wie wesenlose Figuren, die aus Spielere in ein Bild gestreut waren, Dazwischen wälzte sich der Zug der Tausende von Menschen ganz langsam durch die Kehren, nicht wie einst hin zu den Gaskammern, sondern von ihnen wegzie- hend, ein endloser Zug von Menschen, die ka- men und gingen wie Statisten, die auf einer Drehbühne immer wieder neu erscheinen. Es dauerte mehr als zwei Stunden, bis die Men- schenmassen, an die Zehntausend, sich durch die schmalen Pfade hindurchgezwängt hatten und bis die von der SS freundlich angebotenen Fleischbüchsen, eine Büchse für zwei Perso- nen, verteilt waren, Dann traten wir unsere Wanderung auf der Landstraße an. Erst jetzt, nachdem wir in Auschwitz weder auf Leichen- autos verladen noch erschossen worden waren, fiel unsere geheime Angst ganz von uns ab und wir atmeten endgültig beruhigt auf.

Es wurde wirklich eine Mondscheinpartie im

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