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Auschwitz : ein Tatsachenbericht ; das Vermächtnis der Opfer für uns Juden und für alle Menschen / Lucie Adelsberger
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aus. Wir im Krankenbau wurden nachts um 1 Uhr durch einenEilkurier geweckt, der mit der größ- ten Hast die Karteikarten und Krankenbretter aller Patienten anforderte. An sich war das nichts Auffälliges, denn bei jedem Transport der Kranken in ein anderes Lager(bisher nie jüdischer) waren die Krankenblätter wohlge- ordnet mitgeschickt worden und die Lagerärzte haben uns weidlich zugesetzt, daß wir sie dem nächsten Revier ausführlich und tadellos ab- lieferten. Dieses Mal wurden die Krankenblät- ter jedoch im Gegensatz zu sonst nicht gesich- tet sondern zerknüllt und zerknittert auf einen Haufen geworfen und eiligst in einen Sack ge- stopft, sichtlich mit der Absicht, alle Belege über die Häftlinge und Kranken von Birkenau schleunigst zu vernichten.(Acht Wochen vor- her waren die Bücher der Schreibstube abge- holt worden, wie man sagte, aus Papiermangel zum Einstampfen.) Dieser kleine Zwischenfall, der uns in der Vermutung bestärkte, daß Birke- nau vom Erdboden verschwinden würde, hat vielen das Leben gekostet.

An den 18. Januar 1945,»inen Donnerstag, werde ich denken,auch wenn ich tausend Jahre alt werden würde. Nie werde ich jene Nacht vergessen, in der wir hin- und hergebeutelt wurden zwischen der Aussicht, jetzt am Schluß, nachdem wir all die Jahre im Konzentrations-

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