Mit strahlenden blauen Augen guckt es in die Welt, trippelt von einem zum andern und bet- telt um ein Stück Zucker, rennt dann noch lut- schend zum Vater und setzt sich ihm auf den Schoß. Neben mir stehen an der Luke zwei Mädels vonzehn und zwölf Jahren, glückselig. Das ist die erste Reise, die sie in ihrem Le- ben machen. Sie haben die ganze Nacht Aus- schau gehalten, die mitwandernden Sternbil
der beobachtet, die Sichel des abnehmenden Mondes bewundert, wie sie hinter den Berges- höhen hervorschlüpfte, am Tag die Dörfer ge- zählt und in der Ferne die Türme von Breslau begrüßt, Sie ‚staunen über jeden Fluß und je- den Hügel und rühren sich nicht von ihrem Ausguck weg.
Es ist schon wieder Abend und wir sind schon weit von Breslau entfernt, oder es scheint uns nur so. Denn der Zug hat oft ge- halten, zwanzig, dreißig Mal, ein peinigendes quälendes Stillestehn, Man hatte etwas vom Vergasen der Züge gemunkelt, Vielleicht ist es kein Gerücht, und der Zug hält, damit man das Gas in die Wagen strömen läßt, Wenn wir nur endlich am Ziele wären, wir können es nicht erwarten. Aber noch istes nicht so weit. Der Zug schleppt sich weiter in die Nacht hinein, langsam, unentschlossen, von Zeit zu Zeit bremsend und verpustend, als ob er sei-
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