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Auschwitz : ein Tatsachenbericht ; das Vermächtnis der Opfer für uns Juden und für alle Menschen / Lucie Adelsberger
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zum Trinken anbieten könnte. Die mitgenom- mene Milch ist in den Flaschen gesäuert, und der kleine Vorrat an Wasser längst ausgegan- gen. Auch dieKranken lechzen vergebens nach einem Tropfen gegen den Durst. Ein paar Schwerkranke hatte man noch in letzter Minu- te vor der Abfahrt auf Bahren hereingescho- ben. Die eine hatte Veronal genommen, weil ihr Kind mit Scharlach im Krankenhaus lag und sie es nicht allein zurücklassen wollte. Man hatte ihr den Magen gespült, und sie er- bricht und ist noch immer verdöst und ruft hartnäckig nach ihrem Kinde. Ein Mann mit einer schmierigen Wunde am Bein, ein Straf- gefangener, stöhnt vor Schmerzen und wirft sich unruhig hin und her. Und eine ältliche Frau mit Asthma keucht und japst nach Luft und ist blaurot im Gesicht angelaufen. Sie kommt direkt aus dem Krankenhaus, wo sie wochenlang stationiert war, weil sie ihren Mann nicht allein fahren lassen will. Noch mehr Kinder sind da, ein zweijähriges Mädel- chen mit seinem Vater, einem gesunden kräf- tigen Burschen. Die Mutter wurde schon vor Monaten weggeholt und das Kind ist seine ganze Freude. Er wird sich nicht von ihm tren- nen. Am Tag will er gern schwer arbeiten und das Kind vielleicht in einem Hort unterbrin- gen, und abends will er es selbst versorgen.

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