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Auschwitz : ein Tatsachenbericht ; das Vermächtnis der Opfer für uns Juden und für alle Menschen / Lucie Adelsberger
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macht und nachher doch ich will nicht vor- greifen.

Es war ein aufgeregtes Leben bei diesen vie- len Menschen, die zum ersten Mal in so enger Gemeinschaft lebten, und doch ein gutes Ge- fühldes Zusammenhaltens. Alles wurde geteilt, vom eingeschmuggelten Marmeladenglas bis zur letzten Büchse Ölsardinen, von der jede Familie ein Fischlein erhielt. Selbst so komp- lizierte Probleme wie Öffnen und Schließen der Fenster lösten sich bei 30 verschiedenen Köpfen friedlich und in Wohlgefallen. Nachts strömte durch das weit auseinanderklaffende Fenster frische Luft in das überfüllte Zimmer und der Mond hielt mit seinem runden freund- lichen Gesicht Wacht über die Schlafenden. Vielleichtwollte er uns trösten und liebkosen wie die Kastanienbäume, Sie standen im Hof des alten Gebäudes und ragten mit ihren Wip- feln ganz dicht an die rückwärtigen Fenster im zweiten Stock. Wenn man dort auf der Fen- sterbank saß, konnte man in das dichte Laub- werk greifen und die großen fünffach gelapp- ten Blätter wogten leise hin und her, und stri- chen sanft und beruhigend über den Arm, wie eine Mutter, die alles Leid und alle Verzweif- lung von einem wegrücken will. Und die Ker- zen in weiß und rosa waren ganz nahe und groß und strahlten üppig wie nie zuvor. Jeder

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