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Auschwitz : ein Tatsachenbericht ; das Vermächtnis der Opfer für uns Juden und für alle Menschen / Lucie Adelsberger
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schlammigen Boden stand, wo es nur Wanzen und keine Läuse gab, und für hundert Menschen noch einen Wasserhahn, und wo jeder einzelne noch seinen Platz hatte und sich recken und dehnen konnte, so viel er wollte. Damals kam es uns jedoch, wie gesagt, entsetzlich eng vor, mit so vielen Menschen in einem Haus und mit all dem Gepäck. Denn jeder hatte entsprechend der Weisung der Gestapo-Funktionäre bei der Abholung alles, was er brauchte, mitgenommen. Und die Einschränkung, daß jeder sein Gepäck allein zu tragen hätte, machte schwerstes Kopfzerbrechen. Der Mensch spielt nicht gern Diogenes und trennt sich im allgemeinen nicht aus freien Stücken von seinem Besitz. Erst wenn man gar nichts mehr hat, sieht man, wie überflüssig das meiste ist und daß es nur be- lastet. Und dann erst lernt man, was wirklich lebenswichtig ist und wie unentbehrlich man- che Kleinigkeiten, eine Zahnbürste, eine Näh- nadel und ein Löffel sind. Jeder Rucksack wur- de mindestens 10 mal umgepackt, jede Tasche immer wieder auf Entbehrliches gesichtet und aufs neue zurechtgestopft; und jedes einzelne Stück wurde im Geiste noch einmal auf seine Brauchbarkeitabgewogen und miteinem letzten schmerzlichen Erinnerungsblick gestreift, be- vor es endgültig ausgemerzt wurde. Wieviel Aufhebens hat man um sein bischen Habe ge-

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