darüber die flachen viereckigen Schornsteine und eine kleine, weiße Wolke, die an dem strahlenden Himmel “ hängt.
Vor der Tribüne, auf dem von Geschossen aufgewühl- ten Platz, stehen wir ehemaligen Häftlinge. Wir sind in Bataillonen angetreten- Deutsche, Franzosen, Tschechen, Russen, Jugoslawen, Polen. Viele tragen ein Gewehr über der Schulter. Wir stehen mit entblößten Köpfen da. Zwischen den einzelnen Bataillonen ist ein Abstand von zwei Schritt, aber wir können uns jederzeit, ohne von der Stelle zu gehen, die Hände reichen. In unserem Rücken liegen die halbzerstörten Baracken.
Wir warten darauf, daß aus dem Krematorium eine Urne mit Asche gebracht wird. Jetzt trägt man sie herbei- ein dunkles, mit Krepp umwundenes Gefäß, Sie wird auf die Brüstung der Tribüne gestellt. Tiefe Stille herrscht. Mir zittern die Knie. Ich stütze mich auf Viktors Arm und sehe zur Tribüne hinüber. Iwan Michailowitsch tritt an die Urne heran. Sein Gesicht ist bleich.
„Genossen“, sagt er und blickt uns an.„Genossen, Ka- meraden! Der Krieg ist noch nicht zu Ende. Die Sowjettruppen kämpfen zusammen mit den Verbün- deten weiter. Noch lebt. Hitler... Laßt uns hier vor der Asche unserer ermordeten Kameraden schwören, daß wir den Kampf nicht einstellen werden, bis wir die Erde vom Faschismus gesäubert haben... Wir Sowjetbürger schwören es!“
„Wir schwören!“ ertönt es wie ein mächtiges Echo zurück.
Meine Stimme ist schwach, doch sie verschmilzt mit den Stimmen vieler Hunderter und wird zum gewal- tigen Ruf.
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