- Ich wache von einem furchtbaren Krachen auf. Viktor ist nicht mehr da. Die Lichtbüschel, die durch eine Spalte der geschlossenen Luke fallen, werden bläulich und vibrieren. Droben surren Motoren. Das sind Flug- zeuge— sie haben eine Bombe geworfen! Ich höre Schreie.
Ich stehe auf. Ringsum ertönt Stöhnen. Bogdan ist nicht da, auch die Ärzte sind fort. Ich höre das Knallen von Maschinenpistolen und ein langgezogenes„A-a-ah!“, das nicht von Menschen zu stammen scheint. Das kommt von oben. Das sind die SS-Leute, sie greifen an. Ist das etwa das Ende?
„A-a-ah!“ Das triumphierende Gebrüll kommt näher. Von unserer Seite sind nur vereinzelte Schüsse zu hören. Sollte wirklich alles aus sein? Aber plötzlich... Was ist das? Warum hört es auf einmal auf? Was dröhnt da? Warum ist alles still geworden? Was ist das für ein freudiger, heller Ruf, der klingt wie ein Aufatmen der Erleichterung?
Ich schleiche zum Ausgang. Ich bin so aufgeregt, daß
“ mir das Atmen schwerfällt. Ich haste zur Tür, sie springt auf- Wislozki steht auf der Schwelle... „Panzer! Panzer!“ ruft er. mit versagender Stimme. „Sowjetische Panzer sind da, wir sind gerettet!“
Er wankt. Ich fasse ihn am Arm. Über seine welken Wangen laufen Tränen.;
„Schluß“, sagt er kaum hörbar und schluchzt wie ein Kind.
Über uns scheint hell die Frühlingssonne. Leuchtend rote Fähnchen flattern auf der mit rotem Tuch be- spannten, hohen Tribüne. Oben stehen ein sowjetischer Panzeroffizier, Iwan Michailowitsch, Heinrich, Wislozki, Stichler, Gardebois, Giovanni und Antonio. Hinter ihnen sieht man die graue Wand des Krematoriums,
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