„Flink hat die Häftlinge geschlagen?“
„Jawohl.“
„Du lügst. Wie alt bist du?“
„Zwanzig Jahre, Herr Untersuchungsrichter.“ „Wieviel Geld hast du von Flink dafür bekommen, daß du Werkstücke von nicht einwandfreier Qualität durchgelassen hast?“
„Was für Werkstücke?“
„Man stellt dem Untersuchungsrichter keine Fragen... Antworte.“
„Ich verstehe den Sinn Ihrer Frage nicht.“ „Ich wiederhole: Wieviel Mark hat dir Flink dafür gezahlt, daß du als Kontrolleur fehlerhafte Werk- stücke durchgelassen hast?“
„Ich habe keine fehlerhaften Werkstücke durchge- lassen.“
„Das hast du nicht?“ „Nein.“
Der Gestapo-Offizier steht auf, geht zu einem großen
eisernen Schrank und nimmt eine Nasenrippe Nummer drei daraus hervor. Ich sehe von weitem, daß ihr Vorderteil gerissen ist; die Lasche ist mit einigen Drähten, deren Enden plombiert sind, an der Rippe befestigt. Auf der Lasche steht mit blauer Kreide in deutscher Schrift mein Namenszug.
„Ist das deine Arbeit?“ fragt er und legt die Bruch- stücke auf den Tisch.
„Ich verstehe Sie nicht.“
„Was verstehst du schon wieder nicht?!“
„Was Sie mit Arbeit meinen.“
„Ich frage dich: Ist das dein Namenszug?“
Ich recke den Hals und tue so, als ob ich bemüht sei, die Lasche genau zu betrachten.
„Die Aufschrift stammt von mir.“
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