Druckschrift 
Wir bezwangen den Tod / Juri Piljar ; Deutsch von Ellen Zunk
Entstehung
Seite
225
Einzelbild herunterladen

e Glas dem

mich jetzt vor

tten war, kehrt er sehe ich den ‚rauf, die Augen

Ich freue mich,

aus und}

e- Mündung|

Ich erschieße dich wie einen Hund, wenn du nicht auf- hörst, zu toben, faucht er.

Dummkopf, antworte ich. Mir kommt das komisch vor. Ich will ja gerade das, womit er mich zu schrecken sucht: sterben und aufwachen.

Ich beginne, aus Leibeskräften zu strampeln. Es ge- lingt mir, den"Tisch mit einem Fußtritt umzustoßen. Jemand packt meine Beine und fesselt sie an den Stuhl. Ich werde müde und empfinde wieder das starke Be- dürfnis, zu trinken. Ich warte, bis man von mir fort- geht, und dann versuche ich, mich mit dem Stuhl zu- sammen hinzuwerfen. Aber es gelingt nicht; offenbar sind die Stuhlbeine am Fußboden befestigt. Was kann

‚ich bloß sonst noch tun, damit der Gestapomann end-

lich schießt?

Gib mir Wasser, sage ich auf deutsch zu ihm.

Er tritt schnell auf mich zu und versetzt mir eine Ohr- feige. Ich verachte ihn für diesen Schlag. Ich spucke, bemüht, ihn ins Gesicht zu treffen, und bedenke ihn mit Schimpfworten. Der Gestapomann wischt sich mit einem Tüchlein die Stirn ab und setzt sich auf den Stuhl, sein Gesicht ist. grün vor Wut.

Macht die Nadeln fertig, sagt er kurz zu jemandem im Hintergrund.

Jetzt soll ich zum drittenmal in diese seltsame Welt geraten, die ganz aus Schmerzen besteht... Nun ja, so lerne ich eben einmal richtige Foltern kennen. Es ist mir nicht gelungen, mir die Schlagadern durchzu- schneiden. Es war mir auch nicht beschieden, an den bestialischen Schlägen zu sterben. Vielleicht ist mein Herz so klug, von selbst den Dienst zu versagen?... Ach, du mein Herz! Warum bist du'so stark? Alle sagen, daß du den Menschen Glück schenkst. Was für

225