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Wir bezwangen den Tod / Juri Piljar ; Deutsch von Ellen Zunk
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langer Zeit. Seine Augen blitzen auf, er fragt auf deutsch:Möchtest du trinken?

Ja, natürlich, ich möchte schrecklich gern trinken. Aber es fällt mir schwer, die Zunge zu bewegen. Der Mann mit dem Schnurrbärtchen stellt ein Glas Wasser vor mich hin. Er lächelt, ist froh über irgend etwas. Er freut sich, er hat sich auch damals so gefreut. Jetzt er- kenne ich ihn: Das ist der Gestapo-Offizier, der uns nach Bruckhausen gebracht hat. Ich lächle ebenfalls. Ich trinke das Wasser und schleudere das leere Glas dem Gestapomann ins Gesicht; ich fürchte mich jetzt vor gar nichts mehr.

Auf einen Augenblick versinke ich wieder in die phan- tastische Welt, aber nur auf einen Augenblick. Dann höre ich den erschreckten Ausruf des Offiziers:Laßt ihn sein, ihr schlagt ihn ja tot!

Das vergitterte Fenster, das fortgeglitten war, kehrt wieder an seinen Platz zurück. Wieder sehe ich den Tisch, der Revolver liegt nicht mehr darauf, die Augen des Gestapo-Offiziers sind böse.

Pokatilow, Sie benehmen sich wie ein dummer Junge, Sie sind ein Idiot! f Du bist selbst ein Idiot! schreie ich. Ich freue mich, daß ich überhaupt keine Angst mehr habe. Ich bin überzeugt, daß das alles nur im Traum geschieht in Wirklichkeit kann es so etwas ja gar nicht geben- und- daß ich doch aufwachen werde, selbst wenn sie sonst was mit mir anstellen.Du Schuft, röchle ich.

Ich möchte aufstehen und ihn erwürgen, aber man hat meine Arme inzwischen nach hinten gezerrt und an die Lehne eines eisernen Gartenstuhls gefesselt.

Der Gestapo-Offizier zieht den Revolver heraus und geht zum Fenster. Die schwarze Öffnung der Mündung blickt mir in die Augen.

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