Druckschrift 
Wir bezwangen den Tod / Juri Piljar ; Deutsch von Ellen Zunk
Entstehung
Seite
215
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Der Befehl ist von Kaltenbrunner unterzeichnet. Fa- remba gibt dem Offizier das Schreiben zurück. Dieser reicht ihm ein zweites, das er ebenfalls vorlesen muß. Auch der Inhalt dieses Dokuments setzt mich nicht in Erstaunen. Alle Freigelassenen werden auf Grund des Befehlsüber dietotale Mobilisierung in die SS-Truppen übernommen. Es ist die logische Vollendung ihrer Taten im Lager- die Handlanger der Henker werden selbst vollberechtigte Henker... Nur um Sumpf ist es schade. Aber der Mensch in ihm ist nun einmal erwacht, da wird auch eine zufällig erhaltene SS-Uniform ihn kaum noch verderben können.

Faremba gibt dem Offizier das Blatt zurück und erhält ein weiteres. Mayer sagt zum drittenmal:Vorlesen. Zehn Minuten darauf steht neben den neubackenen SS-Leuten die Reihe der bedingt freigelassenen. Unter ihnen sind meine alten Bekannten Schneider, Strick, Wiktawa und Tultschinski. Sie sollen zu einem Feuer- wehrkommando zusammengefaßt und im zweiten Block untergebracht werden.

Das Verlesen der Namen ist zu Ende. Mayer wendet sich den in Reih und Glied angetretenen Leuten zu, an deren Spitze Faremba steht, und brüllt:Rechtsum! Das zweiflüglige Tor öffnet sich. Die Kriminellen marschieren aus dem Lager hinaus. Nach ihnen ver- lassen, von Schneider geführt, die Feuerwehrleute den Platz. Zurück bleiben nur die politischen Häftlinge.

Es beginnt die gewöhnliche Zeremonie des sonntäg- lichen Appells. Die bisherigen Blockältesten werden von den Schreibern und Friseuren ersetzt. Sie melden dem Blockführer die Zahl der übriggebliebenen Häft- linge, die Blockführer melden sie ihrem Vorgesetzten, dem Rapportführer, und dieser erstattet dem Lager- führer Meldung. Mayer sagt:Danke.