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Wir bezwangen den Tod / Juri Piljar ; Deutsch von Ellen Zunk
Entstehung
Seite
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Wir werden in die Baracken entlassen. Ich gehe zu- sammen mit Viktor und Oleg in meinen Block. Meine Freunde sind wieder niedergeschlagen. Sie schweigen. Auch ich sage nichts.

Als wir hier ankamen, wußten wir, daß wir her- gebracht wurden, um zu sterben. Vor unseren Augen wurde die erste Schar von Kameraden, wurden die Invaliden erschossen. Wir waren Zeugen, wie die übrigen aus unserer Gruppe im Strafkommando um- kamen.

Nur wir drei sind am Leben geblieben. Was erwartet uns jetzt?

Es ist dem Menschen nicht gegeben, zu wissen, was die Zukunft ihm bringt. Aber im Herzen eines jeden an- ständigen Menschen gibt es einen Kompaß- sein Gewissen. Und wenn äußere Umstände ihn in eine ausweglose Lage geführt haben, bleibt ihm nur eines übrig: in sein eigenes Herz zu blicken.

Wir werden kämpfen. Das weiß ich. Viele, vielleicht die meisten von uns, werden umkommen, das ist mir bekannt. Aber weshalb verspürt man, wenn das Leben nur noch an einem Haar hängt und man sich auf das Ende vorbereiten muß, so besonders stark den Wunsch, zu leben?

Mein Gewissen ist ruhig. Ich bin den Weg gegangen, den mir die Nadel meines Kompasses, meine Pflicht als Sowjetbürger, wies. Ich habe hier selten an meine Angehörigen gedacht, an meine Lehrer, an die Stätten, wo ich groß geworden bin. Aber alles das blieb in mir lebendig. Und es lebt auch jetzt in mir: meine Heimat, die Menschen, die mir teuer sind, unsere Partei, unser Volk.

Und wenn ich sterbe und wenn niemand von meinen Nächsten etwas von meinem Schicksal erfährt- dann

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