Viktor ist der Vernünftigste von uns. Seine Besonnen- heit geht mir ein bißchen gegen den Strich, denn sie ıed, ob paßt nicht zu meiner Vorstellung von den Menschen h aus dem Süden: Meiner Meinung nach müssen Süd- | länder aufbrausend und hitzig sein.
„Wenn die Front näher wäre...“, sagt Viktor und wziehen, bricht ab.
schreit:| Unter den Kastanien tauchen Liesner, sein Gehilfe und ein hochgewachsener, blonder SS-Mann auf. Wir be- schleunigen sofort das Tempo. Alle drei beobachten uns. Wir fühlen das, wir spüren ihr Näherkommen fast körperlich.
„He“, erklingt etwa zwanzig Schritte entfernt die dröhnende Stimme des Kapo.„He, du faules Luder, vielleicht hast du die Güte und rührst dich ein bißchen
den schneller?“ vollem Wem gilt das? Ich werfe einen raschen Blick zur Seite. Links von mir arbeiten Reschin und ein magerer junger hin. Wir Franzose, rechts schiebt Schurka eine vollgeladene Lore
vor sich her.
„Tempo!“
Die Stimme kommt von links. Offenbar schikaniert er ten mit wieder Reschin. Ich bin mir kaum darüber klargewor- den, da ertönt von rechts Gepolter- auf dem benach- barten Gleis ist eine unbeladene Lore an der Kurve aus den Schienen gesprungen. Schurka legt einen Stein unter ein Rad seiner Lore und eilt zu Hilfe. Der Ge- hilfe des Kapo wirft sich ihm in den Weg. Schurka springt zur Seite und fängt wieder an, seine Lore weiterzuschieben. Neben der anderen, bei der sich die Panne ereignet hat, steht zusammengekrümmt und mit eingefallenen Wangen der Franzose und zeigt dem Gehilfen des Kapo seine Hand. Sie ist blut- überströmt.


