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Wir bezwangen den Tod / Juri Piljar ; Deutsch von Ellen Zunk
Entstehung
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Mauer erreicht, ruft der gleiche Baß wieder schallend: Steinbruch. Zweitausendzweihundert Häftlinge! Die Kolonne schiebt sich als bunte, wogende Masse durch das Tor. Man hört die Rufe der Aufseher, die die Zählung vornehmen.

Jetzt sind wir an der Reihe. Liesner strafft sich. Marsch!

Wir gehen über den ganzen Platz zum Tor, an dem ein langer, wütend aussehender SS-Offizier mit ge- flochtenen Schulterstücken steht. Endlich haben wir das Lager hinter uns.

Wir biegen rechts ab. Hinter einem Steinhaus wahr-"

scheinlich der Kaserne für die Wachmannschaften bietet sich eine herrliche Aussicht: eine weite Ebene im silbrigen Frühdunst, mittendrin ein Fluß, dahinter Felder und Hügel, auf denen ein paar Ruinen stehen, und im Hintergrund eine Kette leuchtender schnee- bedeckter Berggipfel.

Das sind die Alpen, sagt Schurka.

Und der Fluß?

Das ist die Donau.

Wir machen abermals eine Rechtswendung, das Lager liegt nun seitlich hinter uns, und gehen einen schma- len, mit großen Kopfsteinen gepflasterten Weg ent- lang.

Liesner überholt die Kolonne, geht dann wieder zu- rück und fährt fort, uns zu zählen. Neben ihm taucht ein anderer Aufseher auf, ein kleiner, schwarzhaariger Mann, der wie ein Zigeuner aussieht.

Das ist sein Gehilfe, flüstert Schurka.Ehemaliger Falschmünzer. Auch eine Bestie.

Liesners himmelblaue Augen blitzen lustig. Sein Ge- hilfe gehört offenbar nicht zu den Leuten, die lächeln können- er sieht schrecklich finster aus.

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