schwarzhaariger Deutscher untergebracht sind, wendet sich dann nach rechts zum Waschraum und von dort ins Freie.
Aus dem Waschraum klingt heiseres Schimpfen in deut- scher Sprache. Schon in der Tür sehe ich, wie der be- jahrte stattliche Mann- der Blockälteste— mit kurzen, scharfen Schlägen den Gummiknüppel auf einen knochigen Rücken sausen läßt. Hinter mir geht Schurka Kamenstschik, mein neuer Bekannter, und belehrt mich: „Du mußt den Kopf unter den Strahl halten, mit den Händen die Brust abspülen und dann schnell auf den Hof laufen.“
Ich führe diese Operationen durch. Wie alle anderen, trockne ich mich mit dem Hemd ab. Dann stellen wir uns auf, erhalten jeder eine kleine Schöpfkelle bitteren schwarzen Kaffee, trinken ihn aus und stellen uns wieder in Reih und Glied. Der Schreiber zählt uns, der„Herr Kommandant“ kontrolliert, ob unsere Num- mern in Ordnung sind. Der Blockälteste wartet den Glockenschlag ab, dann führt er uns durch das von Stacheldraht starrende Tor.
Wir treten auf den Platz hinaus, dort wimmelt es von Menschen mit gestreiften Mützen, mit gelben, blauen, schwarzen Jacken, alle mit Nummern versehen. Man hört unterdrücktes Murmeln in vielen Sprachen. Wir formen uns zu einer Kolonne. Der Blockälteste begrüßt einen hochgewachsenen, rothaarigen Häftlingin Stiefeln und sagt etwas zu ihm, wobei er mit den Augen zu uns hindeutet. Der andere beißt sich auf die feuchten Lippen, während er ihm zuhött.
„Das ist der Aufseher des Strafkommandos, der Kapo, wie sie ihn hier nennen“, erklärt mir Schurka halblaut. „Er heißt Paul Liesner. Rückfälliger Krimineller. Eine Bestie.“
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