Mittagessen bringt. Er hat einen grauen Spitzbart und trägt eine einfache Brille mit Stahlfassung. Seine Füße stecken in Arbeitsstiefeln. Seine Bluse, die Mutter ge- näht hat und die von einem breiten Gürtel zusammen- gehalten wird, ist auf dem Rücken ausgeblichen. Jetzt sagt er etwas zu Mutter, und dann fängt er zu lachen an wie ein Kind- er wiegt sich dabei hin und her, verschluckt sich, es sieht aus, als ob er weine, und tat- sächlich wischt er sich Tränen aus dem Augenwinkel. Mein Vater ist Agronom und Botaniklehrer. Häufig kommen Kolchosbauern zu ihm, um sich Rat zu holen. Alle haben Vater gern und rufen ihn liebevoll und mit Ehrerbietung bei seinem Vatersnamen:„Karpo- witsch.“
Ich muß Vater irgend etwas sehr Wichtiges sagen, und mit stockendem Herzen warte ich darauf, daß er an mich herantritt, mir die warme Hand auf den Kopf legt, mein Gesicht zu sich dreht und fragt:„Na, mein
Spatz?“---
„Auf!“
Mit noch geschlossenen Augen springe ich hoch. Was ist das? Ach so, ja—„hier kommt man nicht mehr
heraus“. Ich bin im Konzentrationslager, im Schlaf- saall...
„Ausziehen!“
„Zieh das Hemd aus, Kostja“, sagt Viktor, der früher aufgewacht ist als ich.
Ich werfe das Hemd ab, dann ziehe ich, wie die ande- ren es machen, schon im Laufen Hosen und Schuhe an; die Jacke binde ich mir mit den Ärmeln um die Hüften. Eine dichte Kette halbentblößter Menschen schiebt sich langsam durch den Schlafsaal, durch einen zweiten Raum mit gescheuertem Fußboden, in dem der„Herr Kommandant“ und noch ein anderer
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