unsere Invaliden, bewacht von einer großen Anzahl SS-Leute mit Gewehren. Seinen Gefährten voran hinkt Alexei Iwanowitsch. Er hat uns bemerkt und hebt den Kopf. Bevor wir noch richtig begriffen haben, sind die Invaliden schon hinter der Ecke der Baracke ver- schwunden. Wohin führt man sie?
„Schneller, schneller!“ schreit der„Herr Kommandant“ von der Treppe.
Der Faden will absolut nicht durch das Nadelöhr gehen... Sollten sie wirklich-?!
In die Totenstille hinein ertönen zehn einander folgende Salven... Aus— die Kameraden sind nicht mehr. Man hat sie fünfhundert Kilometer weit trans- portiert, hat sie hierhergefahren und- erschossen.
Es herrscht bedrückendes Schweigen. Da wir noch am Leben sind, tun wir das, wozu man uns zwingt. Die Finger regen sich, die Augen blicken auf die roten Dreiecke und die schwarzen Nummern, aber die Seele... Ja, die Seele erfüllt das gleiche Gefühl wie vorher: Haß. Haß, trotz der Furcht, schrecklicher, heiliger, unmenschlicher Haß!
Nacheiner Stunde sind wirmit dem Ankleiden fertig. Wir erhalten einen halben Napf wäßrige Kohlenrübenbrühe. Das ist das Mittagbrot. Dann sitzen wireng zusammen- gedrängt in der glühenden Sonne auf den Steinen. Wir haben keine Lust zu sprechen. Stille liegt in der Luft. Ob die Feinde wohl begreifen, daß unsere Gefügigkeit nur Heuchelei ist, Berechnung, Abwarten? Daß wir bereit sind, ihnen bei der ersten Gelegenheit an die Kehle zu springen?... Wahrscheinlich begreifen sie es. Sonst würden sie nicht elektrischen Strom durch den Stacheldraht leiten, der das Lager umgibt.
Abends nach dem Appell kommen endlich die Häft- linge von der Arbeit zurück. Es sind sehr viele- alte
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