Waggon der Todeskandidaten bezeichneten. Sicherlich hat sich auch der spanische Friseur geirrt. Es wäre doch unsinnig, Menschen fünfhundert Kilometer weit zu be- fördern, nur um sie dann zu erschießen. Außerdem- das Bad, das Haarschneiden, das Wäschewechseln und schließlich jetzt diese Warnung...
Ich stoße Oleg mit dem Ellbogen an. Er versteht, was ich sagen will. In seinen Augen liegt ein Lächeln. „Warten wir’s ab.“
Viktor sieht noch immer düster aus.
„Und jetzt“, fährt der Kahlgeschorene fort,„bekommt jeder von euch eine Jacke, Hosen und Schuhe. Jeder muß sich seine Nummer aufnähen. Allez, bystro, schnell, schnell!“
Der Umstand, daß keine SS-Leute da sind, und die wiedererwachte Hoffnung machen uns kühn. Aus den hinteren Reihen fragt jemand:
„Wer sind Sie denn?“
Der Mann mit.dem glattrasierten Kopf stecktdie Hände in die Taschen. Er hat ein ganz hübsches Bäuchlein. „Ich bin der Blockbarbier“, erklärt er mit sichtlicher Zufriedenheit.„Ihr werdet ‚Herr Kommandant‘ zu mir sagen.“
Auch er trägt einen gestreiften Anzug, und auf seinen Hosen ist ein Lappen mit seiner Nummer. Also ist er auch ein Häftling.
„Werden wir Mittagessen bekommen?“ ertönt es aus der Mitte der Reihe.
„Ja“, antwortet der„Herr Kommandant“, dann kehrt
- er uns seinen runden Rücken zu und geht in die
Baracke. Ihm folgt der hübsche Junge. Wir bleiben stehen. Alle sehen merklich zuversichtlicher aus.
„Ich möchte wissen, wohin man die Invaliden gebracht hat“, sagt Viktor.
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