steinerne Pfosten mit weißen Isolatoren, zwischen denen sich ein straffgespannter Draht hinzieht. Der Draht scheint ganz leise zu vibrieren.
In der Mitte des Hofes machen wir halt. Der Kahl- kopf wischt sich mit einem Tuch über den Kopf und verschwindet in der offenen Tür der einen Baracke. Einen Augenblick darauf erscheint er wieder in Be- gleitung von drei Männern: Der eine ist schon bei Jahren, stattlich und hat ein breites Gesicht mit harten Zügen. Der zweite ist dick und hat einen glattrasierten runden Kopf. Der dritte ist ein hübscher, braunäugiger Bursche, fast noch ein Knabe.
Der Stattliche betrachtet uns einige Zeit, dann kom- mandiert er mit scharfer, heiserer Stimme:„Linksum!“ Mit zurückgeworfenem Kopf schreitet er unsere Front ab. Ihm folgt der Mann mit dem rasierten Schädel, hinter ihm der hübsche Junge. Alle drei zählen uns wieder. Der Kahlkopf lächelt. Der stattliche Mann sagt etwas zu ihm und geht in die Baracke. Der Mann mit dem rasierten Schädel und der hübsche Junge steigen die Treppenstufen hinauf.
„Achtung!“ schreit der Mann mit dem rasierten Schädel. „Ihr seid Russen?“ fragt er, wobei er die Vokale lang- zieht. Nachdem er unsere Antwort gehört hat, setzt er hinzu:„Dann werde ich russisch mit euch reden.“
Die Sprache, in der er seine Rede fortsetzt, ist ein Ge- misch von Russisch, Polnisch und Deutsch.
„Achtung! Achtung! Ihr seid hierin einemdeutschen Kon- zentrationslager. Ihr müßt alles machen, was befohlen wird. Wer das nicht tut, landet im Krematorium.“ Also werden wir nicht alle auf einmal umgebracht- ich schöpfe wieder ein wenig Hoffnung. Reschin hat sich wahrscheinlich getäuscht, als er zu hören glaubte, daß die Begleitmannschaften unseren Waggon als den
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