Pantoffeln- das Oberteil, das nur die Zehen bedeckt, ist aus Segeltuch, die Sohle aus Holz.
Die Holzsohlen klappern, als wir vorsichtig wieder zum Tageslicht emporklettern. Alexei Iwanowitsch und die anderen Invaliden sind schon oben. An ihren Ge- sichtern ist zu erkennen, daß die Dinge schlecht stehen. Der hakennasige SS-Mann und der dicke Kahlkopf mit dem gestreiften Anzug tauchen wieder auf. Wir er- halten den Befehl, uns in fünf Reihen aufzustellen. Die Invaliden treten gesondert an. Der Kahlkopf nimmt ein Blatt Papier aus der Mappe.
Ich sehe mich um. Ein seltsames Konzentrationslager: saubere Baracken, die mit hellgrüner Ölfarbe ange- strichen sind, und unter den offenen Fenstern ein langes Blumenbeet, und- alles völlig menschenleer. „Broskow!“
Broskow antwortet:„Hier!“ und tritt einen Schritt vor. Man befiehlt ihm, sich wieder in die Reihe zu stellen. Nacheinander werden wir alle aufgerufen und aber- mals gezählt. Man zählt auch die Invaliden. Endlich legt der Kahlkopf die Liste in die Mappe zurück. „Rechtsum!“
Wir vollführen eine Rechtswendung und marschieren auf den Platz. Die Invaliden bleiben zurück.
Ich blicke auf die Blumen unter den Fenstern der hell- grünen Baracken und komme nicht von dem Gedanken los: Weshalb Blumen, wenn man uns hierhergebracht hat, um uns zu töten?
Wir machen abermals eine Wendung und steigen die Stufen zu einem sonnenüberfluteten kleinen Hof zwischen zwei Baracken empor. Er ist mit großen Kopfsteinen gepflastert und von dem übrigen Lager durch ein Netz von Stacheldraht getrennt. An seinem ent- ferntesten Ende sieht man durch ein zweites Drahtnetz
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