rundliches Kinn, dralle, rosige Wangen und gläsern wirkende, hellblaue Augen.
Wir richten uns aus.
„Russen?“ fragt der Kahlkopf.
„Jawohl!“ rufen wir.
Der hakennasige SS-Mann klatscht mitder Gerte gegen den Schaft seines spiegelblanken Stiefels. Der Kahl- kopf schlägt hastig die Mappe auf.
„Uwagal!“* sagt er.„Werr hat Uhr odder Geld, muß hirher gebben. Verstehen?“
Ich habe im Gefängnis ein bißchen Polnisch gelernt und weiß daher auch, daß er in dieser Sprache rade- brecht.
Natürlich hat keiner von uns eine Uhr oder Geld. Niemand sagt etwas.
Der Hakennasige tippt wieder mit der Reitgerte gegen seinen Stiefelschaft. Der Kahlkopf sagt:„Bystro, schnell!“ Dann fügt er drohend hinzu:„Werr nicht gibt Uhr und Geld, kriegt fünfundzwanzig hir.“ Und er klatscht sich mit derHand auf den flachen Hintern. Einer von uns sagt langsam:„Wir haben nichts.“
Der Hakennasige brüllt:„Ausziehen!“
Der Kahlkopf fügt hinzu:„Schneller!“
Wir ziehen uns aus und legen die Kleider zu unseren Füßen hin. Da erscheint noch ein Mann, klein, forsch, mit einem Gesicht, das an eine Rattenschnauze er- innert. Er trägt einen blauen Kittel und auf dem Kopf eine Tuchmütze. Der SS-Mann sagt halblaut etwas zu ihm, darauf kommandiert der Mann:„Linksum!“, wendet sich und geht auf das Haus zu, wobei er uns ein Zeichen gibt, ihm zu folgen.
Nackt, wie wir sind, klettern wir eine Steintreppe hinunter in den Keller. Plötzlich höre ich eine bekannte
* Achtung!(Polnisch)
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