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Eine Minute später marschieren auch wir los. Ich atme tief, kann mich nicht satt atmen an dieser köstlich reinen, noch kühlen Morgenluft. Es riecht nach Erde, nach Wald und kaum spürbar nach Schmieröl von den Eisenbahnschwellen. Wir überqueren den Bahnhofs- platz und gehen eine asphaltierte Straße entlang auf den Wald zu. Etwa zwanzig SS-Leute geleiten uns; ein Teil von ihnen trägt Maschinenpistolen, die anderen führen Schäferhunde, die wieder anfangen, zu winseln und zu jaulen.
Wir kommen in den Wald. Über dem Weg liegen die bläulichen Schatten der Bäume, und es duftet be- rauschend nach Tannennadeln. Durch die spitzen Wipfel blickt ein hellblauer, glasiger Himmel. „Lempo!“
Das Kommando wird an der Spitze der Kolonne ge- geben. Die Stimme klingt geifernd und verspricht
. nichts Gutes. Wir beschleunigen unsere Schritte.
„Lempo!“
Wir gehen noch rascher, bleiben dabei aber im Gleich- schritt. Aus irgendeinem Grunde gefällt das den Wach-- soldaten jetzt nicht, obgleich sie es sonst immer fordern. „Schneller!“
Wir fangen beinahe zu rennen an. Dabei kommen wir natürlich aus dem Takt. Die Hunde knurren und zerren an ihren Leinen.
„Marsch, marsch!“ Das ist das Kommando zu laufen. Wir laufen nicht allzu schnell, um mit unseren Kräften hauszuhalten. Zur Seite haben wir die Mündungen der Maschinenpistolen und die bösartigen, uns beobachten- den Augen der SS-Leute. Die Hunde springen und zerren mit heiserem, wütendem Bellen an ihren Leinen. Wir laufen wahrscheinlich nicht länger als fünf Minu- ten, aber uns scheint es eine Ewigkeit. Hinten beginnen
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