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Wir bezwangen den Tod / Juri Piljar ; Deutsch von Ellen Zunk
Entstehung
Seite
11
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PT ERENTO ERLUE

Der Genannte tritt einen Schritt vor. Der SS-Offizier würdigt ihn keines Blickes und vermerkt etwas in seiner Liste. Ein zweiter, ein dritter werden aufgerufen. Sie stellen sich schnell neben Broskow. Nach Viktor werde ich genannt, dann nach ein paar anderen Oleg. Als letzter kommt Reschin dran. Der Offizier sieht ihn durchdringend an und fragt durch die Zähne:Jude? Der Führer der Eskorte sagt ein paar Worte zu dem Offizier, dieser zupft unzufrieden an seinem Kinn. Neben dem Waggon bleibt eine kleine Gruppe von Invaliden zurück. Einer davon ist Alexei Iwanowitsch, ein,breitschultriger, bärtiger Mann mit Krücken, der in unserem Waggon die Aufsicht führte. Man hat diese Leute anscheinend vergessen. Offenbar werden wir ge- trennt.

Ich wäre mit Alexei Iwanowitsch gern näher bekannt geworden. Er hat meine Aufmerksamkeit durch sein mutiges Verhalten gegenüber unseren Wächtern erregt. So rief er in Wien dem Eskortenführer, als dieser den Schwestern des Roten Kreuzes nicht erlauben wollte, uns Kaffee zu geben, durch das Fenster zu:Sie haben sich viel mehr geschadet als uns, Herr Gestapomann: Wir werden nicht davon sterben, daß wir den Schluck Kaffee nicht bekommen, aber Sie sind in den Augen dieser guten Frauen erledigt. Es lebe die menschliche Dummheit! Man sagt, Alexei Iwanowitsch sei vor dem Krieg ein bekannter Jurist gewesen. Weiter weiß ich nichts von ihm- es ist hier nicht üblich, die Leute auszufragen.

Auch mich hat niemand gefragt, wie und weshalb ich in diesen Waggon geraten bin. Man brachte mich aus einem Gestapogefängnis hierher, in dem ich genau einen Monat gesessen habe, ohne verhört worden zu sein. Ins Gefängnis kam ich, weil ich zweimal versucht