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Wie war das in Dachau? : Ein Versuch, der Wahrheit näherzukommen / von Johann Neuhäusler
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rend der ganzen Dauer der Inhaftierung mit Malaria herum, viele wohl heute noch. Eine große

sten liefen wäh immer wieder von neuen Anfällen geplagt, Menge Geistlicher war unter ihnen, besonders polnische, aber auch deutsche.

Phlegmone-Versuche

Ein anderer Arzt wollte ein neues Mittel gegen Phlegmone ausprobieren. Entzündung des Unterhautbindegewebes, gab es viel ewöhnlich mit den herkömmlichen Mitteln im Revier Aber ein Arzt wollte ein

Phlegmone, jene eitrige in Dachau. Sie wurde g geheilt, wenn sie nicht zu weit fortgeschritten war. neues biochemisches Heilmittel ausprobieren. Er nahm aber nicht die Phleg- monekranken zu Versuchspersonen, sondern wählte sich 20 gesunde Geist- liche aus. Ich hatte letzthin Gelegenheit, die Originalaufnahmen dieses Ver- suches zu sehen. Eitrige Wunden, so groß wie meine Handfläche, an Füßen, Beinen und Armen! Von den zwanzig Geistlichen starben zwölf bei diesem Versuch. Nur acht kamen nach großen Schmerzen mit dem Leben davon. Einigen von ihnen mußten Arme und Beine amputiert werden. Kein Mensch

zog.den Arzt zur Rechenschaft. Es war alles in Ordnung.

Temperatur-Versuche

Eine ganze Reihe von Versuchen wurden im Dienst der Luftwaffe von Dr. R. angestellt(von der SS selbst Ende April 1945 erschossen). Hochdruck, Niederdruck, hohe Temperaturen, niedere Temperaturen usw. Ein Kamerad, der später auf der Plantage mit mir beschäftigt war, erzählte folgendes: Er mußte einmal in der kalten Jahreszeit eine ganze Nacht bei offenem Fenstern nackt auf einem Tische liegen. Bald fiel er in Ohnmacht, aber sein Herz schlug weiter. Er hielt es aus bis zum Morgen. Wäre sein Herz still gestanden, dann wäre eben ein Häftling weniger gewesen. Weiter nichts. onen wurde die Körpertemperatur künstlich in

Bei anderen Versuchspers drückt. Alle zehn Minuten

Wasser und Eis bis auf siebundzwanzig Grad ge mußten die Gehilfen die Temperaturen messen und in Kurven aufzeichnen. Die meisten Kurven endigten irgendwo mit einem Kreuzchen, bei dem am Rand die kaltschnäuzige Bemerkung stand:Bei dieser Temperatur ist das, Versuchsobjekt gestorben.

Das berichtet P. Karl Schmidt, der diese Kurven photographieren mußte. Hunderte von Menschen büßten bei diesen Versuchen unter allen möglichen

Martern das Leben ein. Hippokrates, verhülle dein Haupt! möchte man entsetzt ausrufen!

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