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Wie war das in Dachau? : Ein Versuch, der Wahrheit näherzukommen / von Johann Neuhäusler
Entstehung
Seite
63
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Goldzähne werden lebensgefährdend

Ein Patient, der viel jammerte oder sich nicht allen Weisungen des Pflege- personals fügte diese verstanden oft herzlich wenig von Medizin und Krankenpflege!, hatte sehr bald ausgelitten. Er bekam eine Spritze, die alle Schmerzen stillte. Freilich kostete sie das Leben. Aber was galt den SS- Ärzten und auch den Pflegern die selbst Häftlinge waren das Leben eines Häftlings. Pfarrer Seitz, der Ende 1942 Pfleger wurde, erzählt in seiner PredigtDer Wahrheit eine Bresche(S. 6):Unter den Krankenpflegern des Reviers waren es vor allem zwei Häftlinge, die wegen ihres Sadismus und ihrer Menschenschlächterei berüchtigt waren. Mit Spritzen haben sie un- zählige Häftlinge ins Jenseits befördert. Ein anderer erzählte mir, daß in den Krankenstuben Todesschweigen herrschte, wenn diese beiden mit ihren Spritzenkörbchen am Arm von Bett zu Bett gingen.

Wehe dem, der mit Goldzähnen ins Revier eingeliefert wurde! Seine Krankheit war auf jeden Fall schwer und unheilbar. Eine Spritze beschleu- nigte den Tod. SS-Arzt und Pfleger teilten sich in die Beute der goldenen

Zähne...

Unmenschliche Experimente

Die Wissenschaft der Medizin wurde in dieser höllischen Welt auch auf neuartige Weise bereichert. Es ist bestimmt lobenswert, wenn Ärzte aus wissenschaftlichem Interesse Versuche anstellen und ausprobieren, wie dieses und jenes neue Medikament auf den Menschen wirkt. Aber jeder verantwor- tungsbewußte Arzt wird Sorge tragen, daß seine Versuchspersonen keinerlei Schaden erleiden. Diese Rücksicht galt in Dachau nicht.

Malaria-Versuche

Ein Arzt, Dr. Klaus Sch.(vom alliierten Gericht zum Tode ver- urteilt), wollte ein Mittel gegen Malaria ausprobieren. Malaria, eine Tropen- krankheit, gab es in Dachau nicht. Er hätte ja in die Tropen reisen können. Wozu aber solche Umstände? Im Konzentrationslager konnte man alles be- quemer machen. Er ließ sich die Fiebermücken aus südlichen Ländern schik- ken, ließ sich zunächst einmal dreihundert Häftlinge anweisen, später miß- brauchte er noch mehr es sollen weit über tausend gewesen sein, ließ diese von den Fiebermücken stechen und hatte so seine Patienten. Er machte sich

also zuerst seine Kranken, aber gesundmachen konnte er sie nicht. Die mei-